Rezension
Radio Bremen 12.09.2021 | 12. September 2021
BROADCAST
Musik: Notari, Romanesca
Intime Töne von Angelo Notari einem wohl 1566 geborenen Komponisten, dessen Werken wir heute eher selten begegnen. Und so gibt es auch auf diesem Album einige Weltersteinspielungen wie die eben gehörte. Man weiß recht wenig über ihn, Notari muss wohl einige Werke des berühmten Monteverdi bearbeitet haben und das tat er sicher auch in England, wo er den zweiten Teil seines vermutlich 97 Jahre langen Lebens verbrachte. Das muss wiederum sehr spannend gewesen sein, Notari war Hofmusiker bei Charles I., der später hingerichtet wurde, hatte als Katholik aber auch gute Beziehungen zum spanischen Gesandten und geriet dadurch sogar unter Spionageverdacht. Musikalisch pflegte er den für seine Zeit Neuen Stil. Notari steht für den Umbruch von der Spät-Renaissance zum Frühbarock und war Mitglied in einem der damaligen künstlerischen Debattierclubs wo zum Teil heftig über die Entwicklung der Kunst gestritten wurde.
Musik: Notari, La Monica
Die Blockflötistin Julia Fritz ist auch gerade bei uns in Bremen keine Unbekannte, obwohl sie längst auf internationalem Parkett unterwegs ist. Von Boston über Utrecht bis hin nach Südkorea. Seit 2009 ist sie Mitglied des Bremer Boreas Quartetts, in Bremen hat sie auch ihr Konzertexamen gemacht. Ihr wunderbar schlankes wie auch sensibles Spiel macht diese CD zu einem echten Hörgenuss. Verstärkt wird sie durch die eben gehörte Sopranistin Magdalene Harer, durch die Harfenistin Reinhild Waldek und den Organisten Johannes Hämmerle. Alle zusammen sorgen für einen sehr intimen und musikalisch hochwertigen Einblick in die Musik zweier italienischer Meister des 17. Jahrhunderts, die unbedingt der Entdeckung wert sind, was im Falle des 1589 geborenen Giovanni Battista Fontana allerdings schon gründlicher erfolgt ist.
Musik: Fontana, Sonata seconda