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SWR

Rezension SWR SWR2 Alte Musik, 3. Oktober 2021, 16:05 Uhr | October 3, 2021 BROADCAST: Neue CDs

Eine runde Produktion, stimmungsvoll und klangschön – und vielleicht sogar schon ein Geschenk-Tipp für das nicht mehr allzu ferne Weihnachtsfest?
Crescendo Magazine

Rezension Crescendo Magazine Le 1 octobre 2021 | October 1, 2021 Comme chaque année avec la régularité d’une montre suisse, la collection...

Sans s’avérer un chef d’oeuvre, ce concerto oublié est un sympathique moment de musique d’autant plus qu’il est porté par l’excellence des solistes du Philharmonique de Vienne superbement accompagnés par un chef qui fut dans sa jeunesse un grand défenseur de la musique de son temps.
SWR

Rezension SWR Mo., 27.9.2021 10:05 Uhr, SWR2 Treffpunkt Klassik | September 27, 2021 BROADCAST: CD-TIPP

Dorothee Mields Gesang versprüht die reinste Lebenslust [...]. Und das Boreas Quartett toppt das noch mit atemberaubenden Improvisationen und überdrehter Virtuosität.
Fono Forum

Rezension Fono Forum November 2021 | November 1, 2021 So viel sei direkt gesagt: Dieses Album ist keins von Dorothee Mields, sondern...

So viel sei direkt gesagt: Dieses Album ist keins von Dorothee Mields, sondern eins mit dieser so prominenten Sängerin. Den Löwenanteil bestreitet das unbestreitbar gute Boreas Quartett Bremen, das als Blockflötenconsort firmiert und im besten Fall eine kleine Orgel klanglich nachstellen kann. Das passt zugegebenermaßen sehr gut zu dem interessanten Repertoire, welches im sogenannten Basevi Codex überliefert ist, doch freut man sich als Hörer jedes Mal, wenn Dorothee Mields ihre glockenklare Stimme über diesen letztlich nicht sonderlich flexiblen Klängen ertönen lässt. In diesem Codex, der letztlich aus dem Umfeld von Margarete von Österreich stammt, die als Kunst- und Musikförderin wohl auch selber dichtete und komponierte und eine enorme kulturelle Bedeutung und Ausstrahlung hatte, sind fast alle komponierenden Größen der Zeit vertreten. Wie zu Beginn des 16. Jahrhunderts üblich wurden die drei- und vierstimmigen Stücke ohne Besetzungsangaben überliefert, ermöglichen also in der Wahl der Besetzung große Freiheiten. Diese werden hier aber nur sehr eingeschränkt genutzt; denn ein rein instrumentales Musizieren wechselt mit einstimmigem Gesang mit Begleitung, wodurch manche kontrapunktischen Feinheiten kaum zur Geltung kommen können.

Diese gewählten Einschränkungen erinnern an ein Konzert, welches Dorothee Mields 2019 bei den Tagen der Alten Musik in Herne gegeben hat; auch hier verzichteten sie und das Hathor Ensemble auf eine größere vokale Besetzung. Aber zugegebenermaßen kommt ihre so wunderbar schlank und doch intensiv geführte Stimme auf diese Weise optimal zur Geltung. Wer die Stücke in anderer Besetzung kennt, wird dies gleichwoh lals kleines Manko empfinden.
Fono Forum

Rezension Fono Forum November 2021 | November 1, 2021 STERN DES MONATS

Sehr wenig ist über Antonio Notari bekannt. Geboren in Padua, wirkte er eine Zeit lang in Venedig, bevor er 1610 nach England emigrierte, wo er im Dienst mehrerer Kronprinzen und Könige stand. Neben dem Druck "Prime musiche nuove" (1613) ist noch ein handschriftliches Kompendium überliefert, in dem Notari mit fremden und eigenen Werken einen Überblick über die Bandbreite italienischer Musikstile seiner Zeit gibt. Hieraus hat die Blockflötistin Julia Fritz einige mit "Aria" betitelte Stücke ausgewählt, die zumeist instrumentale Bearbeitungen oder Variationen über populäre Melodien ("La Monica") oder Bässe ("11 Ruggiero") sind; in dreien steuert die Sopranistin Magdalene Harer den vokalen Kern der Musik bei. Es wird deutlich, dass Notari einen durchaus gewichtigen Beitrag zur "seconda prattica" leistet, dabei aber nicht so radikal vorgeht wie sein Zeitgenosse Monteverdi. Aufgelockert wird das Programm mit Giovanni Battista Fontanas sechs Solosonaten, die eigentlich als epochal bedeutend für die Entwicklung der Geigenliteratur gelten, sich allerdings, wie Fritz beweist, auch auf Blockflöten gut darstellen lassen.

Ohnehin überzeugt diese Produktion durch Feingefühl und Genauigkeit der Interpretation. Fritz stellt keine Virtuosität zur Schau, sondern bindet ihre vielfältigen Diminutionen, Triller und Läufe in die Gestaltung kantabler Linien ein und erzählt, gerade in den kontrastreichen Fontana-Sonaten, regelrecht Geschichten ohne Worte. Der zweite Pluspunkt ist die Antegnati-Orgel der Mantuaner Basilica di Santa Barbara, deren Farbenreichtum – man achte nur auf das delikate Fiffaro-Register in Track 10 – die Musik kräftig leuchten lässt. Auch aufnahmetechnisch ist diese Produktion ein Hochgenuss.
Fono Forum

Rezension Fono Forum November 2021 | November 1, 2021 Der Weimarer Prinz Johann Ernst hatte bei einer Studienreise vom Februar 1711...

Der Weimarer Prinz Johann Ernst hatte bei einer Studienreise vom Februar 1711 bis Juli 1713 in den Niederlanden die Praxis kennengelernt, Instrumentalkonzerte für Orgel und Cembalo zu transkribieren, und hat diese anschließend auch für Weimar übernommen. In der Zeit zwischen Sommer 1713 und Sommer 1714 ließ er Bach und seinen Vetter Walther nämlich Orgel- und Cembalo-Transkriptionen einzelner Konzerte anfertigen, die er vermutlich von seiner Reise mitgebracht hat. Zwei derartige Transkriptionen – darunter zwei Übernahmen nach Konzerten aus der Feder von Prinz Johann Ernst selbst – werden hier vom Arnstädter Kirchenmusiker und Organisten der Bach-Kirche Jörg Reddin schwungvoll und mit viel Elan dargeboten. Diese Stücke führen gut in die damalige Auseinandersetzung mit dem neuen italienischen Geschmack ein.

Einen umgekehrten Weg ging Gernot Süßmuth bei einer Bach'schen Transkription eines Konzertes, das mutmaßlich von Prinz Johann Ernst stammte; hier nämlich wurde der durchaus gelungene Versuch unternommen, aus der Tastenmusik das verschollene Konzert wieder entstehen zu lassen. Bei zweien der drei Instrumentalkonzerte Bachs, die uns nur als Cembalokonzerte überliefert sind, wurde ähnlich deren Wurzel freigelegt. Diese Rekonstruktionen sind freilich nichts Neues. Die einzige Originalkomposition bildet das Konzert für zwei Violinen BWV 1043.

Das Thüringer Bach Collegium spielt diese Bach'schen Kompositionen ausgesprochen lebendig, mit teils reichlich flottem Zugriff auf einzelne Sätze. Diese Spritzigkeit geht aber nie zu Lasten der Deutlichkeit. Ein wenig leidet die Einspielung aber unter einem etwas spitzen und scharfen Klangbild, das zumindest ein wenig gewöhnungsbedürftig ist.
NDR Kultur

Rezension NDR Kultur Neue CDs, 16.09.2021 | September 16, 2021 BROADCAST: Neue CDs

Der „Basevi Codex“ ist eine sehr, sehr alte Musikhandschrift. Sie enthält Stücke für den praktischen musikalischen Gebrauch, Anfang des 16. Jahrhunderts war sie so begehrt, dass eine kunstvolle Abschrift in Auftrag gegeben wurde. Vermutlich von einer adligen italienischen Familie. Im 19. Jahrhundert erwarb diese kostbar gestaltete Sammlung Abramo Basevi und schenkte sie dem Florentiner Konservatorium. Und davon wiederum gibt es Faksimile-Ausgaben. Nach einem Konzert in Antwerpen wurden diese Bücher den Musikerinnen vom Boreas Quartett Bremen überreicht.

Der Basevi Codex enthält Musik aus der Renaissance, eine Blütezeit für die Consortmusik. Ein Consort bilden Instrumente gleicher Bauart und unterschiedlicher Größen, das können Gamben sein, Zinken oder – wie beim Boreas Quartett Bremen – Blockflöten. Da viele Stücke mit einem Text versehen sind, nahm das Quartett eine Sängerin dazu. Nicht irgendeine, sondern die wunderbare Dorothee Mields. Ein perfektes Match. Weil Blockflötistinnen und Sopranistin so fein aufeinander abgestimmt intonieren und phrasieren, können Grenzen verschwimmen. Der Horizont wird sehr weit, wenn diese archaische Musik so stilsicher gesungen und gespielt wird.

Zwölf Blockflöten zählt das Renaissance-Consort des Boreas Quartett Bremen. Gebaut wurden sie nach Originalinstrumenten aus dem 16. Jahrhundert. Mit der Wahl der Instrumente unterstreichen die Musikerinnen den Charakter der Stücke, in den Texten geht es viel um die Liebe, meistens die unerfüllte, daher überwiegen melancholische Lieder. Im Booklet wird ausführlich beschrieben, wann und in welchen Zusammenhängen die Stücke gespielt wurden. Auch das erweitert den Horizont. Die Komponisten der Stücke sind heute kaum noch bekannt. Einzig Heinrich Isaac und Johannes Ockeghem sind wahrscheinlich denen vertraut, die Musik aus der Zeit vor dem Barock lieben. Es ist ein Wagnis für ein junges Ensemble, sich auf ihrer Debüt-CD damit zu präsentieren, das Boreas Quartett Bremen ist es eingegangen und der Mut zahlt sich aus. Diese überaus gelungene Einspielung macht neugierig auf mehr.

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