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Fono Forum

Rezension Fono Forum Januar 2022 | 1. Januar 2022 KRITIKER-UMFRAGE 2021

Julia Fritz erzählt auf der Blockflöte regelrecht kleine Geschichten, die Antegnati-Orgel aus Mantua ist als kräftiges Cuntinuoinstrument ungemein faszinierend.
www.orgel-information.de

Rezension www.orgel-information.de Dezember 2021 | 1. Dezember 2021 Hans-Eberhard Roß gehört mit seinen Einspielungen der Vierne-Symphonien und...

Hans-Eberhard Roß gehört mit seinen Einspielungen der Vierne-Symphonien und der Orgelwerke von César Franck auf seiner Hausorgel (Goll, 1998, IV/62) zu den herausragenden Organisten, zumindest in Bayern. Diesen Aufnahmen fügt er nun eine Doppel-CD hinzu mit den Sonaten Bachs und Mendelssohns in numerischer Abwechslung. Das Gemeinsame dieser Orgel-Highlights ist bereits im Titel genannt, beide Zyklen sind als Orgelschulen entstanden, bei Bach expressiv verbis belegt, bei Mendelsohn eher als Anregung gemeint. Alle Sonaten verlangen lang erprobtes virtuoses Können – und tiefes Verständnis des Interpreten, weshalb sie meist von reiferen Organisten eingespielt worden sind, und das in beachtlicher Zahl. Hans-Eberhard Roß stellte sich nun ein in die lange Reihe solcher Interpreten.

Wenn diesen eigentlich in Überfluss vorliegenden Einspielungen eine neue hinzugefügt wird, sucht der Hörer nach dem Besonderen in diesen Interpretationen, sei es ein besonderes Instrument, besondere Registrierungen und Klänge oder neue Einsichten in Tempo, Artikulation oder Agogik. Auch wollen bei den gebündelten 38 Sätzen der Sonaten die klanglichen Möglichkeiten einer Orgel ausgereizt werden, da ist es schade, dass sich im Booklet nicht die Registrierungen der einzelnen Sätze finden, noch nicht einmal die Disposition der Goll-Orgel. Die ist zwar leicht aus dem Internet zu fischen, aber sie allein ordnet die Register nicht den gehörten Klängen zu.

Ob es bei Bachs Sonaten größer besetzter Registrierungen bedarf, stellt sich als grundsätzliche Frage. Schließlich sind die Triosonaten auch auf einem zweimanualigen Pedalcembalo vorstellbar, dabei die linke Hand tiefoktaviert und nur mit einem 4‘ besetzt, was ein unbequemes Kreuzen der Hände vermeidet. Da neobarocke Orgeln lange kaum genügend befriedigende kammermusikalische Einzelstimmen boten, spielte man zwangsläufig mit größeren Besetzungen und wechselte die Registrierungen von Satz zu Satz, was den Sonaten aber zumeist ihre zerbrechliche Schönheit und Einheit nahm. Neuere Uminstrumentierungen für z.B. zwei Violinen und Continuo kommen da dem Geist der barocken Triosonaten wieder näher. Die symphonische Orgel in Kempten muss hier schon wegen ihres starren Windes passen. Roß versucht auch gar nicht erst, dem Löwen das Schnurren beizubringen, allenfalls in manchen langsamen Sätzen kommt da ein wenig Barockfeeling auf. Die Sonaten vertragen zwar seine manchmal flinken Tempi und harten Artikulationen, aber diverse Schönheiten blühen da nicht auf. Auch im Booklet werden die Triosonaten leider nur nebenbei abgehandelt.

Etwas anders schaut es natürlich bei den Mendelssohn-Sonaten aus, die satte romantische Farben vertragen, auch wenn Mendelssohn solche Farben kaum gekannt hat. Ähnlich wie bei Bach klingen sie auf allen Sorten von Orgeln ganz gut, am schönsten aber eher auf kleineren mit sehr charaktervollen Stimmen. Natürlich trifft Roß den Gusto dieser Musik hervorragend, allein: Momente eines besonderen Hinhörens werden dem Hörer nicht geschenkt. Da mag die Übersättigung an diesen Sonaten eine Rolle spielen, aber der Hörer darf auch hier das Einlösen eines Versprechens des Neuen, vielleicht Einmaligen, das die Erwartung zu Beginn eines Konzertes stellt, verlangen. Der Booklettext zentriert den Blick etwas einseitig auf die Pedalansprüche Mendelssohns, die jedoch nicht allein Maßstäbe setzten für die romantische Orgelsonate. Ihre Daseins-Begründung in der Neubelebung aktueller Orgelmusik wird ebenfalls nicht weiter akzentuiert.

Insgesamt stellt Roß mit dieser Aufnahme sein breites virtuoses Können erneut unter Beweis, gerne hätte sich der Rezensent aber gefesselter gefühlt.
Der neue Merker

Rezension Der neue Merker 12.12.2021 | 12. Dezember 2021 Weltersteinspielung des Ersten Quartetts von Jean Rivier

Das Mandelring Quartett [...] spielt die drei Stücke mit stets schlankem Ton ausdrucksvoll, transparent, liebevoll ornamentiert, bei aller individuellen Kante der vier Solisten von einem bewundernswerten Miteinander im temporeichen Ballwechsel der Stimmen getragen. Das Quartett hat mit diesem Album einen weiteren Coup aus kluger Programmatik und Entdeckerfreude gelandet.
International Piano

Rezension International Piano Dezember 2021 | 1. Dezember 2021 State of innocence

Great feature on Jimin Oh-Havenith's current CD project see PDF!
www.musik-medienhaus.de

Rezension www.musik-medienhaus.de Dezember 2021 | 1. Dezember 2021 Die vielseitige Bremer Blockflötistin Julia Fritz leitet seit März 2017 die...

Die vielseitige Bremer Blockflötistin Julia Fritz leitet seit März 2017 die Flötenklasse am Vorarlberger Landeskonservatorium. Für ihre neue CD hat sie sich auf Werke des u.a. in Venedig und seit 1612 am englischen Königshof wirkenden Angelo Notari (1566 - 1663) und des in Rom, Venedig und Padua wirkenden Giovanni Battista Fontana (1589 -1630) konzentriert.

Von Fontana sind nur seine 1641 in Venedig erschienenen 18 Sonaten a 1. 2. 3. per il violino, o cornetto, fagotto, chitarone, violoncino o simile altro istromento überliefert, deren erste sechs Sonaten für Solovioline und B.c. Julia Fritz hier für ihr Instrument adaptiert hat. Fontana, „einer der einzigartigsten Virtuosen des Violinspiels, die das Zeitalter erlebt hat“, stellt sich Julia Fritz als ebenbürtig virtuose Interpretin von heute zur Seite, so schnell wie sie spielt, kann man kaum hören. Fontanas Notentext fügt sie zumeist Auszierungen wie z.B. Tonleitern hinzu, die in ihrer gefälligen Art den Frühbarock erstklassig lebendig werden lassen.

Der englische Hofmusiker Notari unter den Thronfolgern Henry und Karl, bzw. nach dessen Thronbesteigung 1625 unter König Karl diente als Sänger und Lautenspieler bis spätestens 1649. Einzig gedruckt wurden seine Prime musiche nuove (London 1613), das verschiedene Stücke im neuen italienischen Stil der „seconda prattica“ bringt. Daraus hat Fritz verschiedene „Arien“ über bekannte Themen wie „Il ruggiero“, „La monica“ und „La romanesca“ ausgesucht sowie eine Ciacona und die Canzone passaggiata. Beiseite stehen ihr in weiteren Arien die Sopranistin Magdalena Harer, die Harfenistin Reinhild Waldeck und Johannes Hämmerle an der Antegnati-Orgel (1565) der Basilica di Santa Barbara, Mantua. Diese gibt Stimmtonhöhe und mitteltönige Temperatur vor, denen zu folgen die anderen Musiker keine Schwierigkeiten haben.

Natürlich ist diese Einspielung eine Demo-CD für die absolute Virtuosin Julia Fritz, gerne hätte man aber auch die anderen Beteiligten Musiker dynamisch auf gleicher Ebene gehört. So gehen vor allem die Delikatessen der Antegnati-Orgel unter, die wenigstens das Schlussstück, eine Toccata von Francesco Rovigo (1541 – 1597), noch solistisch beisteuern darf. Ebenso gern hätte man auch die Continuotechnik der Harfenistin Reinhild Waldeck deutlicher vernommen, Magdalena Harer musste sich beschränken auf die wenigen Textvorlagen, die ihr einen Platz einräumten. Wenn man auch nicht von einem ausgeglichenen Teamwork sprechen kann, so ist die CD natürlich reizvoll allein durch die hohe Virtuosität von Julia Fritz. Michael Struck-Schloen steuerte einen kundigen Booklettext bei.
www.musicweb-international.com

Rezension www.musicweb-international.com Tuesday December 14th | 14. Dezember 2021 A very fine account of the Debussy, and with fascinating unfamiliar couplings

The Mandelring Quartet's previous release paired the famous and the obscure in French repertoire, coupling Ravel's quartet with the one by his contemporary Fernand de La Tombelle. This second release of French repertoire offers Debussy's quartet and both of Jean Rivier's works in the medium, the first of them in a world premiere recording.

Jean Rivier wrote more than two hundred works in most genres, including eight symphonies and an opera. His style has been described as neoclassical, although some passages of his quartets could equally well be called neo-impressionist. There is only occasional, slight harmonic acerbity to modern ears, and a good variety of texture. The two quartets will appeal to anyone who enjoys the Ravel, Debussy or Fauré quartets, and given they are from 1924 and 1940, they are in a fairly conservative idiom.

Rivier’s First String Quartet opens beguilingly with a single string line, the others enter with complementary lines and soon we have an attractive quartet texture. With a fierce unison around 1:35 there begins a more rhythmically emphatic passage. Things now move on quickly until what I take to be the second subject at 3:20 arrives is restrained and simple. These materials make a convincing start to a sonata structure with a compelling sense of direction. The second movement has much pizzicato (as in the Debussy and Ravel equivalent movements) and, although the other three movements have the conventional Italian initial markings, this is marked Assez vif et très rhythmé, - the same as the scherzo in Ravel’s quartet, itself a reference to Debussy’s Assez vif et bien rhythmé. There is though rather more lyrical music in Rivier’s piece than that expression mark suggests. An Andante espressivo slow movement follows, then the finale has plenty of rhythmic life before a slow fade concludes an attractive work.

That first work in the quartet genre is very professional in its craft. Rivier was in his late twenties when he wrote it, and still a student as his studies were delayed by service in the Great War and years of subsequent convalescence from the effects of a 1918 gas attack which killed all his comrades in the column. The Second Quartet might have been affected by wartime also, coming in 1940 and apparently using the word “violent” several times as an expression mark. Nonetheless it opens in a lyrical fashion that draws the listener in, and the first movement again has plenty of rhythmic and textural interest. The Lento second movement is restless and generates considerable intensity in its dissonant moments. The finale carries on in this vain and packs a lot of fast-changing musical incident into its five-and-a-half minutes. The booklet note writer is reminded of Bartok, and I can hear why. No.2 is recognisably by the same composer as No.1, but one who now has shed much of the influence of his great French predecessors. Although I had never heard this music before, I find it hard to imagine better performances than the Mandelring Quartet provide here, as they sound so sympathetic and committed to these works.

Their performance of the Debussy Quartet has all the same qualities, as well as careful balance, blend and sensitivity to mood. They are also very accurate and attentive to the details in the score. In the first movement every switch between p, pp, crescendo and forte is observed, and illustrates how important precise attention to the dynamics are in this music. In the second movement the pizzicati are always together - no accidental “strumming” effect. The lovely slow movement is properly doucement espressif, that “sweet expressiveness” never tipping over into sentimentality, in part because the tempo is a flowing one, with no indulgence in passing beauties. Thus they complete in 6:37 a movement for which the much-praised Ebène Quartet take 8:18. But the Mandelring tempo feels just right, never rushed, the long fade at the end (aussi pp que possible) exquisitely poised.

But it is likely that purchaser of this disc might well have one or more recordings of the Debussy and will be more curious about the Rivier works. Suffice to say that those pieces, while not quite of the same calibre as the finest French quartets, are well worth getting to know, especially the first of them. And you can be sure that you will also get a fine account of the Debussy. The sound is very good, and the booklet notes as helpful as the format allows.
Die Rheinpfalz

Rezension Die Rheinpfalz Freitag, 17. Dezember 2021 | 17. Dezember 2021 CD-TIPP

Mit „französischem Repertoire“ im Doppelpack, wie es die Booklets recht nüchtern ausweisen, widmet sich das Neustadter Mandelring Quartett in zwei überragenden Neueinspielungen des Jahres 2021 dem Musikschaffen des Nachbarlands. Und widmet sich neben den bekannten Namen auch zwei weitgehend unbekannten Komponisten des Fin de Siècle. […]
Die Rheinpfalz

Rezension Die Rheinpfalz Freitag, 17. Dezember 2021 | 17. Dezember 2021 CD-TIPP

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Singende Kirche - Zeitschrift für katholische Kirchenmusik

Rezension Singende Kirche - Zeitschrift für katholische Kirchenmusik Jg. 68, Heft 5, Dezember 2021 | 1. Dezember 2021 ln der berühmten Schreibwerkstatt Alamire im 16. Jahrhundert angefertigt, ist...

Unbeschreiblich schön, wie Stimme und Blockflötentöne makellos verschmelzen und sich zum dichten Geflecht früher Polyphonie verweben. Mields ist hier keineswegs die Solistin, die nur begleitet wird: Die virtuosen Mitglieder des Boreas Quartetts sind ebenbürtige Partnerinnen und bringen sich genauso stark in die Gestaltung des Klangs ein. Teilweise mit atemberaubend schneller und dennoch technisch sauberer Gestaltung von Verzierungen präsent, machen diese Flötenpartien erst den ganzen Reiz der Einspielung aus.

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