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Preis der Deutschen Schallplattenkritik

Rezension Preis der Deutschen Schallplattenkritik 15.02.2024 Bestenliste I/2024 | 15. Februar 2024 Bestenliste 1/2024

Früher Haydn mag interessant sein, aber ein gleichwertiges Vergnügen ist es, das reife Werk seines Vorgängers am Hofe Esterházy zu entdecken. In dieser Einspielung von Messen und Motetten Gregor Joseph Werners unter Leitung von Lajos Rovatkay – selbst ein bedeutender »Altmeister« seines Faches – verbinden sich Universalität und Vielfalt auf das Schönste: profunde Kenntnis des »Stile Antico« der Renaissance sowie zielgenau eingesetzte Expressivität und kontrapunktische Meisterschaft des Barock, mühelos vereint mit instrumentaler Virtuosität und Streben nach Klarheit und sensibler Anmut der anbrechenden Klassik.
Gramophone

Rezension Gramophone March 2024 | 1. März 2024 Ever since Bartók’s 1937 Sonata, the medium of two pianos and percussion has...

Ever since Bartók’s 1937 Sonata, the medium of two pianos and percussion has exerted a compelling fascination on contemporary composers, not least among them Bernd Alois Zimmermann, whose Monologues, in his 1964 arrangement of the pianos-and-orchestra original of four years earlier, is the main feature of this new disc.

The Monologues are described by the composer as ‘dialogues across time between dreamers, lovers, those who suffer, and those who pray’. Sadly, the music itself scarcely lives up to that characterisation. Its chief value, rather, is as a document of incipient postmodernism, when combining serial fragmentation with quotation (from Gregorian chant to Messiaen) felt like a release rather than a mere shifting of cells within a masochistic self-incarceration block. Performances of fearless concentration and a recording of pristine quality do something to redeem the piece. But to hear what can be done in this medium and with something like this aesthetic, when aural acuity and poetic sensibility really get to work, try George Crumb’s Makrokosmos III (1974).

Or indeed try Johannes Schachtner’s creative transformations of six Bach chorales. These are true adventures in harmonic and timbral recolouring, ranging from respectful reimagining to quizzical time-travelling to drastic confrontation. Played with energy and commitment, as here, they are captivating in the instant and varied enough to reward repeated hearing.

Schachtner’s arrangement of Debussy’s Jeux is deft and dashing, qualities matched by the performance, producing a melange of colours that is almost as entrancing as the orchestral original. Unsurprisingly, metallophones and other tuned percussion are much to the fore, which serves to bring the element of orientalism to the surface.

The first movement of Mozart’s K467 Concerto is included because it is among those pieces referenced in Zimmermann’s Monologues. However, as resourceful as the arrangement is, not least in the cadenza, it cannot easily escape associations with conservatoire studios and auditions. In fact it is precisely the element of dialogue that suffers, through the confusion of orchestral and solo lines, if anything emphasised by playing that treads a fine line between crisp and clattery.

The disc also contains an uncredited piece that goes by the title Superinvention: a witty reworking from Carnival of the Animals, but not described in the booklet note or mentioned in the track-listing. Overall, then, this is an auspicious debut recording from the young brother-and-sister team of Klavierduo Neeb, but the programme itself offers mixed rewards.
Diapason

Rezension Diapason N° 731 MARS 2024 | 1. März 2024 Probable élève de Schütz, David Pohle servit, entre autres, le landgrave...

Probable élève de Schütz, David Pohle servit, entre autres, le landgrave Guillaume VI de Hesse-Kassel, auquel il dédia, en 1650, ses douze Liebesgesänge sur des textes du poète Paul Fleming. Le plaisir de la découverte (c'est le premier enregistrement de ce recueil) est gâché par la grande médiocrité de la prestation vocale. L’un des deux contre-ténors, trop souvent à la limite de la justesse, savonne à tel point le moindre ornement, la plus inoffensive vocalise, qu'on est partagé entre gêne et sarcasme. « Geht, ihr meine Tränen » est un festival accablant de tensions, d'approximations ; le tempo enlevé de » Wollte sie nur » fait frôler la sortie de piste aux deux chanteurs.
En dépit de quelques excès percussifs (« Anemone »), l'ensemble instrumental s'en tire mieux et la sonate de Krieger apparaît comme un havre. Son entrain ne parvient cependant pas à sauver cette réalisation du naufrage ; ces pages charmantes méritent un meilleur sort.
Radio Bremen

Rezension Radio Bremen Radio Bremen "Klassikwelt", 03.03.2024, 19:00 Uhr | 3. März 2024 BROADCAST

[…] Ich würde mich freuen, wenn sie auch gleich nach den Nachrichten weiter mit dabei wären. Dann gibt´s hier u. a. Musik von Vivaldi und eine ziemlich raffinierte Platte mit Stücken für Bläserquintett. Daraus nach unserem Kulturtipp schon mal eine kleine Kostprobe. Bis dann also, wenn Sie mögen – mein Name ist Wilfried Schäper…
Musik: Carl Nielsen Bläserquintett op. 43 1. Satz (ARUNDOSquintett)
audite 97.812, Track 9

Bremen Zwei mit der Klassikwelt. Ich finde es immer spannend, ja oft auch erhellend, bekannte Musik in neuen Bearbeitungen zu hören. Da klingt dann manches wie frisch gewaschen. Die eigene Hörerwartung wird irritiert, und dadurch erschließt sich ein oft gespieltes Stück dann ganz neu. Die „Petite Suite“ von Claude Debussy ist eigentlich für Klavier zu 4 Händen geschrieben. Eine wunderbar intime Musik des jungen Debussy, der hier noch auf der Suche nach seiner typischen Klangwelt ist. Das „ARUNDOSquintett“ ist ein junges und hochvirtuoses Bläserquintett. Auf seinem neuen Album „SAGA“ spielt das Ensemble Debussys Suite in einem Arrangement von Gordon Davies. Das funktioniert gut, denn die fünf Blasinstrumente haben jede Menge an Klangfarben zu bieten. Das Original wird hier mit großem Respekt behandelt – alles ist da, doch die ungewöhnliche Besetzung ergibt einen echten Mehrwert. Hören Sie selbst: Claude Debussys „Petite Suite“ mit dem „ARUNDOSquintett“…
Musik: Debussy
CD audite 97.812, Tracks 1 – 4

Eine bekannte Musik in neuer „Verpackung“: Claude Debussys „Petite Suite“ in einer Bearbeitung für Bläserquintett. Das war eine neue Aufnahme mit dem „ARUNDOSquintett“ auf seinem neuen Album „SAGA“. Neben Debussy hat die Gruppe darauf auch Stücke von Carl Nielsen, Lalo Schifrin und ein ganz neues Quintett des Amerikaners Kevin Beavers aufgenommen. Eine sehr feine und ungewöhnliche Bläser-Platte mit Musik, die man nicht alle Tage hört.
RBB Kulturradio

Rezension RBB Kulturradio Mo 11.03.2024 | 09:45 Uhr | 11. März 2024 BROADCAST: Album der Woche

Das Klavierduo Neeb, das sind die Geschwister Vincent und Sophie, legt gerade sein zweites Album vor. Barock mit Bach, Wiener Klassik mit Schubert und zwei Spätromantiker - Reger und Rachmaninow - haben sie zusammgestellt. Geistesblitze – "Sparks of Spirit" – heißt unser Album der Woche.
Cornelia de Reese hat mit den Geschwistern Neeb gesprochen und stellt das Album vor...

Das Klavierduo Neeb, das sind die Geschwister Vincent und Sophie, die beide getrennte Ausbildungen absolvierten und doch nie ihr Duo-Spiel aus den Augen verloren. Nun legen sie ihr zweites Album vor: "Sparks of Spirit".

Wie froh können sich Eltern schätzen, wenn ihre Kinder ein gemeinsames "Geschwisterding" haben. Für Vincent und Sophie Neeb, heute 26 und 24 Jahre als, war es das Möbelstück mit 88 Tasten. Sophie schaut, was der Bruder am Klavier vollbringt und steigt mit ein.

Ein Instrument, verschiedene Lehrer
Geschwister-Zwist am Klavier haben die beiden kaum ausgetragen. Sie sehen es klar als Bereicherung, dass sie mit zehn und zwölf Jahren das Duo-Spiel ernster nahmen. Als sich beide später für ein Klavierstudium entschieden, wählten sie gezielt verschiedene Studienorte und Lehrer, so Sophie Neeb: "Wir haben gemerkt, dass das viel bringt, wenn wir unterschiedlichen Input haben, es unser Spiel gut voranbringt, wenn man verschiedene Sichtweisen einbauen kann."

Der gemeinsame Erfolg stellte sich ein: bei Wettbewerben, in Konzerten. Mit erstaunlicher Perfektion, mit einer bestechenden Einigkeit treten die beiden Neeb-Geschwister auch auf ihrer inzwischen zweiten CD "Sparks of Spirit" auf.

Komponisten mit biografischen Brüchen
"Geistesblitze" haben sie ihr Album genannt. Die Wahl fiel auf vier Komponisten: Bach, Reger, Rachmaninow und Schubert. Allesamt Komponisten mit Brüchen in den Biografien. Sie wählten Werke, die nach einer schwierigen Zeit entstanden als Befreiung von der Schreibblockade: "Diese neue Lebensfreude, die neue Schaffenskraft, die kommt in jedem Stück durch", so Vincent Neeb.

Schreiben für die Muse
Zum Beispiel beim unglücklich verliebten Franz Schubert, der 1824 die Anstellung als Klavierlehrer für zwei junge Esterhazy-Gräfinnen erhielt. Dabei verliebte er sich in eine der beiden, in die unerreichbare Caroline, dass es ihm die Sommerfrische mehr als trübte. Denn Caroline erwiderte die Liebe zur Musik, aber nicht seine. Schubert muss sich einen Moment fangen, um wieder komponieren zu können. Ab sofort für sie, als ferne Muse, am liebsten Klaviermusik zu vier Händen.

Raus aus der Stadt
Oder der frustrierte junge Max Reger, der seiner Zeit voraus war, am Publikum vorbeikomponierte und seine Erfolgs- wie Hilflosigkeit im Alkohol ertränkte. "Und schließlich hat ihn dann seine Schwester überredet, wieder mit in die Oberpfalz ins Elternhaus zu kommen, um sich da zu erholen. Da ging es ihm dann sehr schnell wieder besser und hat er unglaublich viel geschrieben", und Sophie Neeb ergänzt ihren Bruder, dass man in einigen Passagen seiner Cinq pièces pittoresques op. 34 bayerische Volksmusik, wie im Hintergrund, vernehmen könne.

Raffiniert erfassen die Geschwister Neeb besonders in diesen fünf kurzen Stücken die schnellen Stimmungsschwankungen, die auf die Sekunde genau im Einvernehmen unter ihren Händen entstehen. Technische Perfektion für die gemeinsame Sicht. Egal, ob auf einer Tastatur oder auf zwei Instrumenten, wie in dieser persönlichen Bearbeitung eines Bach-Konzertes.

Eigene Bach-Bearbeitung
Beide spielen das Bach-Konzert für zwei Cembali c-moll BWV 1062 gern im Konzert. Und doch ist ihnen immer wieder aufgefallen, dass die Balance zwischen Orchester und den modernen Flügeln nicht einfach zu halten sei. In dieser Fassung holen sie das Werk ganz zu sich, ganz ohne Begleitungsinstrumente.

Klare Strenge, aber voller Klangfülle. Beide spielen, was sie in Bachs Musik hören: eine unbändige Musizierfreude, die Bach trotz straff organisierten bis ärgerlichen Thomaner-Kirchen-Kantaten-Lieferungs-Prozederes in Leipzig nie verloren gegangen ist.

Brillianter Album-Abschluss
Zum Schluss ein pianistisches Feuerwerk von Sergei Rachmaninow, der sich nach ärztlicher Behandlung aus seiner Schreibblockade befreien konnte und schon am zweiten Klavierkonzert tüftelte, während er sich nebenbei freikomponierte mit der Suite für zwei Klaviere op. 17 und mit seinem Cousin auch uraufführte. Dieses Stück war für Rachmaninow immer ein Werk, das für ihn Verheißung neuen Lebens bedeutete. Und diese Lebensfunken sprühen auch in ihrem Spiel.

Man möchte beiden, Vincent und Sophie Neeb, die Daumen drücken für die jeweils eigene Pianistenkarriere – aber nur unter einer Bedingung: Sie mögen nie die Lust verlieren an ihrem wunderbaren gemeinsamen "Geschwisterding".

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