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Rezension DeutschlandRadio 11.01.2004 | Norbert Ely | January 11, 2004 Das Mandelring Quartett hat seine neue Produktion bei dem Label "audite"...

Das Mandelring Quartett hat seine neue Produktion bei dem Label "audite" vorgelegt. Eingespielt haben die vier, die nun schon seit geraumer Zeit erfolgreich im Familienverbund streichen, Schuberts Es-dur-Quartett D 87 und das d-moll-Werk D 810, "Der Tod und das Mädchen". Das letztere ist natürlich das Hauptwerk auf dieser Scheibe; die beiden ersten Sätze benötigen zusammen bereits eine halbe Stunde.

Der erste Eindruck: einfach imponierend! Da begegnen einem musikalisches Denken und musikalische Rede par excellence. Die beiden Hauptsätze des d-moll-Quartetts legen die vier an, als gelte es eine Bruckner-Sinfonie - mit ganz weitem, schier unerschöpflichem Atem. Nirgends die gefühligen Ritardandi, mit denen sich sonst auch gute Ensembles mal einen Moment des Verschnaufens gönnen. Das geht zwingend fort und fort, und dennoch klingt es nie gezwungen. Zumal im Kopfsatz, der über eine Viertelstunde in Anspruch nimmt, herrscht ein rascher, leichter, stets zu den fahlen Farben neigender Bogenstrich, der am Anfang des Tons immer einen deutlichen Akzent setzt - man spielt sozusagen Fortepiano. Das bekommt zum einen der Struktur des Satzes, baut zum andern eine unerhörte Spannung auf und bringt ein Moment des Konsonantischen ins Spiel, das wiederum der musikalischen Rede aufhilft.

• Musikbeispiel: Franz Schubert - 1. Satz (Ausschnitt) aus: Streichquartett d-moll D 810 ("Der Tod und das Mädchen")

Soweit das Mandelring Quartett mit einem Ausschnitt aus dem ersten Satz des Streichquartetts "Der Tod und das Mädchen” von Franz Schubert. Grandios ist der Variationensatz aufgebaut, der dem Werk den Namen gab. Dunkelste, wenngleich eher verhaltene und diskrete Trauer liegt über dieser Musik, bis sich kurz vor Ende die Spannung in einem wirklich ergreifend desperaten Ausbruch löst. Hier herrscht ein freier, zurückgenommen-singender Bogenstrich.

• Musikbeispiel: Franz Schubert - 2. Satz (Ausschnitt) aus: Streichquartett d-moll D 810 ("Der Tod und das Mädchen")

Diese Schubert-Interpretation des Mandelring Quartetts ist unerhört modern, groß in den Emotionen, wobei diese nie vordergründig zur Schau getragen werden. Man wird an jenen englischen Schauspieler erinnert, der das verzweifelte "Blow, winds, blow" des Lear niemals schrie, sondern fast flüsternd hervorstieß und gerade damit sein Publikum bis in die Tiefen rührte. Erschienen ist die Schubert-CD der Mandelrings bei dem Label "audite".


translation:


The Mandelring Quartet has presented its latest recording on the Audite label. The four, who have been successfully playing together for a long while, have recorded Schubert's quartet D 87 in E flat major and the D minor composition 'Death and the Maiden'. The latter is of course the main work on the disc; with the first two movements lasting half an hour in total.

The first impression is quite simply impressive. We encounter musical thinking and musical discourse par excellence. The two main movements of the D minor quartet are performed as if one were playing a Bruckner Symphony – with a very long, almost inexhaustible breath. There is no emotionally charged rallentando, with which even good ensembles allow themselves a breather. It goes on and on compellingly without, however, sounding strained. Especially in the first movement, which takes a quarter of an hour, fast, light bowing prevails, inclining to pale colours with the beginning of each tone marked with a clear accent – it is being played forte piano, so to speak..
On the one hand this suits the structure of the movement, on the other, it builds up an enormous tension, bringing a consonantal element into play, which in turn improves the musical discourse.

The variation movement, which gave the composition its name, is built up grandiosely. The depths of sorrow, albeit restrained and discrete, lie within this music until, shortly before the end, the tension dissolves in a moving, desperate eruption. A free, yet heldback songlike bowing dominates here .

This Schubert interpretation by the Mandelring Quartet is extremely modern and highly emotional, although these elements are not pushed into the foreground. One is reminded of the English actor who never raised his voice for King Lear's despairing words "Blow, winds, blow", but uttered them in a whisper and thereby moved the audience to the depths of their being.
This Mandelring Schubert CD has been released on the Audite label.
Ensemble - Magazin für Kammermusik

Rezension Ensemble - Magazin für Kammermusik 1/04 | Jürgen Otten | January 1, 2004 Existenzkampf

Armer Schubert. Elend fühlte er sich, verlassen von den Menschen, von der Welt....
Fono Forum Interpretation & Klang: 5/5 Sternen

Rezension Fono Forum 2/04 | Michael Kube | February 1, 2004 Im wahrsten Sinne

Wer einige der (späten) Streichquartette Franz Schuberts mit der orchestrale Wucht entfaltenden und eisige Kälte verbreitenden Einspielung des Alban Berg Quartetts studiert hat, der wird mit dem Mandelring Quartett und seiner Sichtweise zunächst einige Schwierigkeiten haben. Denn das scheinbar so vertraute Hörbild mit massiven Klängen und radikaler Dramatik, das zu dem von Schubert selbst gezeichneten Weg hin zur großen Sinfonie passen mag, lässt außer Acht, dass es sich bei einem Streichquartett in erster Linie um Kammermusik handelt – und dies im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn also das Mandelring Quartett im Kopfsatz des d-Moll-Quartetts das einleitende Fortissimo nicht radikalisiert, so spricht daraus nicht der Hang zum Schönklang, sondern die bewusste Umsetzung jener Noblesse, die erst den ästhetischen Anspruch der Gattung rechtfertigt.
Dieser Zugriff, den man bei Mozart und Haydn für selbstverständlich hält, bei Beethoven und Schubert aber gerne einmal beiseite schiebt, wird hier mit letzter Konsequenz umgesetzt. Dazu zählen eine klar herausgemeißelte Konturierung der Mittelstimmen und eine unaufgeregte Präzisierung der Rhythmik. Dies kommt vor allem dem Variationssatz zugute, doch auch der Gegensatz zwischen dem Scherzo und seinem Trio wirkt nicht mehr so unversöhnlich. Selbst im Presto des Finales rückt die Frage des Tempos an zweite Stelle.
Nicht minder aufregend wirkt die Interpretation des frühen und dennoch bereits geradezu klassisch strukturierten Streichquartetts Es-Dur. Trotz der bekannten satztechnischen Eigenarten wird es als höchst qualitatives Beispiel einer häuslichen Quartettrunde in jeder Weise ausgeglichen gespielt – und gewinnt damit gegenüber den etablierten Kompositionen an eigenem Reiz.


translation:


Chamber Music in its truest sense
Those who have studied the Alban Berg Quartet's interpretation of some of the (later) Franz Schubert string quartets – whose recordings unfold with orchestral vehemence and spread icy cold – will have some difficulty, at first, with the Mandelring Quartet's interpretation. Then the seemingly familiar dense thick textures and radical drama, which are perhaps the appropriate means for great symphonies (and which Schubert employed himself) disregard the fact that string quartets are essentially and literally concerned with chamber music. When, therefore, the Mandelring Quartet do not radicalize the introductory fortissimo of the first movement of the D minor quartet, this does not indicate an inclination for superficially nice sounds, but rather the conscious transposition of that nobility which first and foremost justifies the aesthetic claims of this genre.
This approach to chamber music, which is considered as self-evident for Mozart and Haydn, but which is willingly put to one side when it comes to Beethoven and Schubert, is carried out with complete consistency here. This includes sharply defined contours in the middle registers and a calm precision in the rhythm, which essentially enhance the variation movement as well as rendering the contrast between the scherzo and the trio less irreconcilable. Even in the final presto, the question of tempo is secondary. No less exciting is the interpretation of the earlier and yet already classically structured string quartet in E flat major. Despite the well known technical idiosyncracies of its movements, it is a highly qualitative example of chamber music for the home, and in performance is a beautifully balanced work in every way thereby gaining its own appeal when compared to the better-known compositions.
klassik.com

Rezension klassik.com 26.01.2004 | Manuel Stangorra | January 26, 2004 Referenz

Das Mandelring–Quartett gehört zu den derzeit weltbesten...

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