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Fono Forum

Rezension Fono Forum November 2008 | Gerhard Persché | October 12, 2008 Sensation

Porgy, Bess? Wer? Summertime? Was? Kaum zu glauben, dass George Gershwins so populäre, 1935 uraufgeführte amerikanische Volksoper vor 60 Jahren in Deutschland kaum bekannt war. Zu gründlich hatte die braune Kulturpolitik „artfremde“ Einflüsse unterdrückt – obwohl „Porgy And Bess“ von der Faktur her durchaus in der europäischen Operntradition steht.

Zwar war das Stück 1943 in Kopenhagen – gegen den Widerstand der Nazis – und 1946 in Zürich (in deutscher Sprache, übersetzt von Ralph Benatzky) aufgeführt worden, doch die wahre Initialzündung für die Rezeption hierzulande war die Tournee der „Everyman Opera Company“ aus den USA mit Gastspielen unter anderen in London, Wien und Berlin – Letzteres im September 1952 im Titania-Palast. Es wurde zum Triumph. Auch der damalige Kritikerpapst H. H. Stuckenschmidt geriet in Verzückung („...aber wie rauscht, jubelt, klagt und tanzt das über die Bühne!“, schwärmte er). Dass diese Produktion nun auf CD vorliegt – nachdem vorher offenbar nie abgespielte Bänder eines Mitschnitts im Archiv des Deutschlandradios gefunden wurden – ist eine erneute Sensation.

Die Aufführung mit dem legendären Porgy des William Warfield, der blutjungen Leontyne Price als Bess (vermutlich ihr erstes Tondokument!) sowie mit Cab Calloway- der als Sportin' Life sich selbst spielt, war er doch Gershwins Vorbild für diese Figur – reißt durch ihren Elan vital noch immer unmittelbar mit. Die monaurale Wiedergabe ist dabei kein echter Nachteil. Einzig das unter Alexander Smallens schmissig spielende RIAS-Unterhaltungsorchester klingt in den Streichern etwas dünn. Dennoch: wunderbar.
Fono Forum

Rezension Fono Forum November 2008 | Mario-Felix Vogt | October 12, 2008 Wechselhaft

Alexandr Skrjabins Klaviersonaten stellen aufgrund ihrer exorbitanten pianistischen Ansprüche und ihrer strukturellen Komplexität eine Herausforderung für jeden Interpreten dar. Der russischstämmige Pianist Vladimir Stoupel nähert sich der Sonaten-Dekalogie nicht mit der Virtuosen-Pranke, sondern interpretiert Skrjabins ekstatische Ausbrüche eher sinfonisch-breit und pathetisch, mit vollem Klang und ohne klirrende Härte; eine besondere Aufmerksamkeit lässt er außerdem den zärtlich-verträumten Abschnitten zukommen.

Das Auskosten dieser lyrischen Momente, das Stoupel als sensibel nuancierenden Pianisten mit beachtlichem Klangsinn ausweist, geschieht allerdings häufig auf Kosten der „großen Linie“. Die eigentlich kompakte einsätzige fünfte Sonate gerät deshalb episodenhaft, Ähnliches gilt auch für den Kopfsatz der vierten Sonate. Weiterhin ist seine dynamische Gestaltung bisweilen undifferenziert, dann hat sein Piano die gleiche Intensität und „Misterioso“-Farbe wie ein vorangegangenes Pianissimo. Außerdem ist sein Spiel stellenweise auch etwas kraftlos und weich. Dann fehlt im Kopfsatz der dritten Sonate das dramatische Moment, in der siebten Sonate „Weiße Messe“ Brillanz und rhythmischer Schwung und in der neunten Sonate „Schwarze Messe“ schließlich der diabolische Furor.

Im Kopfsatz der ersten Sonate trifft er hingegen den heroisch-aggressiven Gestus und in der sechsten den mystischen Grundton. Am überzeugendsten ist seine Darstellung der achten Sonate, sie besticht durch ihre mystisch-nachdenkliche Grundstimmung, kantable melodische Linien und elegant ausgeführte Figuren. Der Klang ist ausgewogen und rund, nur im Bass-Bereich bisweilen etwas diffus.
Thüringische Landeszeitung

Rezension Thüringische Landeszeitung Sonnabend, 18. Oktober 2008 | Dr. Wolfgang Hirsch | October 18, 2008 Dramatische Gestaltungskraft

Wenn sich bei der Interpretation von Beethovens Symphonien unter Dirigenten die...
Die Presse

Rezension Die Presse 24. Oktober 2008 | Wilhelm Sinkovicz | October 24, 2008 Straussiana

Karl Böhm, den man hierzulande nicht vergessen sollte, war einer der...

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