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Pforzheimer Zeitung

Rezension Pforzheimer Zeitung 3. September 2009 | Thomas Weiss | September 3, 2009 Bedeutende Streichquartette

Das Mandelring-Quartett hat sich einerseits mit Franz Schubert befasst, von dem...
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Rezension Pforzheimer Zeitung 3. September 2009 | Thomas Weiss | September 3, 2009 Bedeutende Streichquartette

Das Mandelring-Quartett hat sich einerseits mit Franz Schubert befasst, von dem...
Mannheimer Morgen

Rezension Mannheimer Morgen Dienstag, 29.Dezember 2009 | Alfred Huber | December 29, 2009 Kühl kontrollierte Leidenschaft

Ein Exzentriker. Von Anfang an, privat wie musikalisch. Auch wenn die jetzt...
Pizzicato

Rezension Pizzicato N° 199 - 01/2010 | Guy Wagner | January 1, 2010 Einsame Größe

Was für Shostakovichs späte Symphonien gilt, ist umso gültiger für seine Streichquartette: Diese Musik geht weit über das Musikalische hinaus und wird Zeugnis. Nicht umsonst heißen die umstrittenen, von Volkow redigierten Shostakovich-Memoiren und der darauf beruhende Film von Tony Palmer über den Komponisten, mit Ben Kingsley: ‚Testimony’... Zeugnis des Leidens eines Menschen, aber darüber hinaus, der Leiden eines Volkes, der Leiden einer Zeit, der Lebenszeit von Dmitri Dmitrijevich.

1964, als das 10. Quartett entstand, begann er an einer chronischen Rückenmarkentzündung zu leiden, die zur Lähmung der rechten Hand führte. 1966, als er das 11. Quartett komponierte, erlitt er seinen ersten Herzinfarkt, der an seinem 60. Geburtstag sein Leben entscheidend prägte. 1978, als er das 12. Quartett schuf, hatte er sich gerade ein Bein gebrochen, was ihn für den Rest des Lebens zu einem Gehbehinderten machte. Das 13. entstand ein Jahr nach der 14. Symphonie, in der er sich so eindringlich wie nie zuvor mit dem eigenen Tod auseinandergesetzt hatte, und die beiden letzten wurden zwischen einem zweiten und dem alles vollendenden dritten Infarkt geschrieben.

Die Musik ist also gezeichnet, und sie sagt es mit jeder Note. Jede Note wird zum Ausdruck einer Lebensqual und einer nicht mehr vergehenden Trauer. Diese Quartette sagen zudem, dass, wenn man mit einer solchen Welt des Leidens konfrontiert ist, man am ehesten noch mit Ironie und Sarkasmus darauf antworten kann. Und auch diese finden sich gemeinsam mit fahler Trauer und drängenden, quälenden Fragen in den Quartetten wieder: Man denke etwa an die einzigen dreiteiligen Satz gebündelte 13., in dem der Meister die geliebte Bratsche eindringlich hervorhebt, an die abrupten Pizzicati und die Bogenschläge, die wie das Klappern von Skeletten wirken. Man denke an den ‚Schrei’ den der Abschluss dieses Quartetts darstellt und der auch den 2. Satz des letzten charakterisiert. Man denke an die abgrundtiefe Trauer eben dieses Finalwerkes mit seinen sieben Sätzen, die alle als Adagio gekennzeichnet sind.

Es ist demnach ganz evident, dass Interpreten, die sich an diesen tragischen Kosmos heranwagen, der so ganz einfach und unmittelbar wirkt, - was ihn aber gerade so komplex macht, sich all dessen vollends bewusst sein müssen. Dies bestätigt das Mandelring-Quartett und tut es mit der unerlässlichen Ernsthaftigkeit. Es deckt das Elementare der Musik auf, gliedert souverän das Repetitive und gestaltet die eisigen Töne mit einem Können, das ganz im Dienst der musikalisch-menschliche Aussage steht. Die Intensität der vier Musiker lässt zu keinem Augenblick nach. Hinzu kommt das erforderte Wissen um das ‚Dahinter’. Dadurch verdichtet sich ihre spielerisch-technisch überragende Darbietung zu einer visionären Deutung, die allen, wirklich allen Aspekten der einzigartigen Musik auf einmalige Weise gerecht wird, zumal die SACD-Aufnahme überragend in ihrer Transparenz und Wärme ist. Kein Zweifel: Dies ist DIE Integrale für heute, die sich von Ausgabe zu Ausgabe gesteigert hat, um einsame Größe zu erreichen. Dank dafür.
Pizzicato

Rezension Pizzicato N° 199 - 01/2010 | Guy Wagner | January 1, 2010 Einsame Größe

Was für Shostakovichs späte Symphonien gilt, ist umso gültiger für seine Streichquartette: Diese Musik geht weit über das Musikalische hinaus und wird Zeugnis. Nicht umsonst heißen die umstrittenen, von Volkow redigierten Shostakovich-Memoiren und der darauf beruhende Film von Tony Palmer über den Komponisten, mit Ben Kingsley: ‚Testimony’... Zeugnis des Leidens eines Menschen, aber darüber hinaus, der Leiden eines Volkes, der Leiden einer Zeit, der Lebenszeit von Dmitri Dmitrijevich.

1964, als das 10. Quartett entstand, begann er an einer chronischen Rückenmarkentzündung zu leiden, die zur Lähmung der rechten Hand führte. 1966, als er das 11. Quartett komponierte, erlitt er seinen ersten Herzinfarkt, der an seinem 60. Geburtstag sein Leben entscheidend prägte. 1978, als er das 12. Quartett schuf, hatte er sich gerade ein Bein gebrochen, was ihn für den Rest des Lebens zu einem Gehbehinderten machte. Das 13. entstand ein Jahr nach der 14. Symphonie, in der er sich so eindringlich wie nie zuvor mit dem eigenen Tod auseinandergesetzt hatte, und die beiden letzten wurden zwischen einem zweiten und dem alles vollendenden dritten Infarkt geschrieben.

Die Musik ist also gezeichnet, und sie sagt es mit jeder Note. Jede Note wird zum Ausdruck einer Lebensqual und einer nicht mehr vergehenden Trauer. Diese Quartette sagen zudem, dass, wenn man mit einer solchen Welt des Leidens konfrontiert ist, man am ehesten noch mit Ironie und Sarkasmus darauf antworten kann. Und auch diese finden sich gemeinsam mit fahler Trauer und drängenden, quälenden Fragen in den Quartetten wieder: Man denke etwa an die einzigen dreiteiligen Satz gebündelte 13., in dem der Meister die geliebte Bratsche eindringlich hervorhebt, an die abrupten Pizzicati und die Bogenschläge, die wie das Klappern von Skeletten wirken. Man denke an den ‚Schrei’ den der Abschluss dieses Quartetts darstellt und der auch den 2. Satz des letzten charakterisiert. Man denke an die abgrundtiefe Trauer eben dieses Finalwerkes mit seinen sieben Sätzen, die alle als Adagio gekennzeichnet sind.

Es ist demnach ganz evident, dass Interpreten, die sich an diesen tragischen Kosmos heranwagen, der so ganz einfach und unmittelbar wirkt, - was ihn aber gerade so komplex macht, sich all dessen vollends bewusst sein müssen. Dies bestätigt das Mandelring-Quartett und tut es mit der unerlässlichen Ernsthaftigkeit. Es deckt das Elementare der Musik auf, gliedert souverän das Repetitive und gestaltet die eisigen Töne mit einem Können, das ganz im Dienst der musikalisch-menschliche Aussage steht. Die Intensität der vier Musiker lässt zu keinem Augenblick nach. Hinzu kommt das erforderte Wissen um das ‚Dahinter’. Dadurch verdichtet sich ihre spielerisch-technisch überragende Darbietung zu einer visionären Deutung, die allen, wirklich allen Aspekten der einzigartigen Musik auf einmalige Weise gerecht wird, zumal die SACD-Aufnahme überragend in ihrer Transparenz und Wärme ist. Kein Zweifel: Dies ist DIE Integrale für heute, die sich von Ausgabe zu Ausgabe gesteigert hat, um einsame Größe zu erreichen. Dank dafür.

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