Rezension RBB Kulturradio 22.04.2014 | April 22, 2014 CD der Woche
Die erste CD, die nach dem Tod von Claudio Abbado dem Gedenken an den großen Dirigenten gewidmet ist, kommt aus Luzern. Dort war Abbado seit seinem ersten Gastspiel 1966 zu einem musikalischen Hausgott herangewachsen, gipfelnd in den Auftritten des von ihm 2003 gegründeten Lucerne Festival Orchestra. Und so verneigt sich der Festival-Intendant Michael Haeflinger auch mit spürbarer Trauer in einem kurzen Geleitwort vor Abbado.
Auf der CD sind Ausschnitte aus zwei Konzerten der Jahre 1978 und 1988 zusammengefügt. Sie führen noch einmal vor Ohren, welche Entwicklung Claudio Abbado in diesem Jahrzehnt durchgemacht und vorangetrieben hat. Mit den Wiener Philharmonikern musiziert er gemeinsam Schuberts Unvollendete in goldenen Tönen, satt abgeschmeckt und lässt nur in wenigen auffrischenden Momenten erahnen, dass in Schubert mehr steckt als sinfonisches Wohlbehagen. Immerhin lässt Abbado die Wiener Philharmoniker fast unhörbar beginnen und hält die Erinnerung an die Stille immer wach.
Zehn Jahre später entstanden die Mitschnitte mit dem Chamber Orchestra of Europe, bei dessen Gründung Abbado mitgewirkt hatte. Die emotionale Verbindung zwischen dem Dirigenten und den Musikern scheint viel unmittelbarer zu wirken. Besonders das Siegfried-Idyll klingt ganz ohne Samtigkeit geradezu ernüchtert und klar. Fein durchleuchtet und aller Schwere enthoben kommt auch Beethovens notorisch unterschätzte Zweite daher als angeheiterte Schwester der Pastoralen.
Das Remastering von den Originalbändern ist, wie bei der Firma audite üblich, akustisch bestens ausgeführt. Auch hier ist der Fortschritt zwischen den Siebziger und Achtziger Jahren deutlich zu hören. Die historischen Aufnahmen zeigen Claudio Abbado in der Mitte seines Schaffens – ohne Extreme mit klarsichtigem Blick auf den Mittelpunkt aller Musik.
Auf der CD sind Ausschnitte aus zwei Konzerten der Jahre 1978 und 1988 zusammengefügt. Sie führen noch einmal vor Ohren, welche Entwicklung Claudio Abbado in diesem Jahrzehnt durchgemacht und vorangetrieben hat. Mit den Wiener Philharmonikern musiziert er gemeinsam Schuberts Unvollendete in goldenen Tönen, satt abgeschmeckt und lässt nur in wenigen auffrischenden Momenten erahnen, dass in Schubert mehr steckt als sinfonisches Wohlbehagen. Immerhin lässt Abbado die Wiener Philharmoniker fast unhörbar beginnen und hält die Erinnerung an die Stille immer wach.
Zehn Jahre später entstanden die Mitschnitte mit dem Chamber Orchestra of Europe, bei dessen Gründung Abbado mitgewirkt hatte. Die emotionale Verbindung zwischen dem Dirigenten und den Musikern scheint viel unmittelbarer zu wirken. Besonders das Siegfried-Idyll klingt ganz ohne Samtigkeit geradezu ernüchtert und klar. Fein durchleuchtet und aller Schwere enthoben kommt auch Beethovens notorisch unterschätzte Zweite daher als angeheiterte Schwester der Pastoralen.
Das Remastering von den Originalbändern ist, wie bei der Firma audite üblich, akustisch bestens ausgeführt. Auch hier ist der Fortschritt zwischen den Siebziger und Achtziger Jahren deutlich zu hören. Die historischen Aufnahmen zeigen Claudio Abbado in der Mitte seines Schaffens – ohne Extreme mit klarsichtigem Blick auf den Mittelpunkt aller Musik.