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Rhein-Main Magazin

Rezension Rhein-Main Magazin 07/22 | July 1, 2022 Zoltán Kodály war der ungarische Nationalkomponist des 20. Jahrhunderts. Aber...

Zoltán Kodály war der ungarische Nationalkomponist des 20. Jahrhunderts. Aber er war auch einer der bedeutendsten Komponisten für das Violoncello, dem er die leidenschaftlichen und grandios angelegten Werke dieser CD widmete. Der französische Cellist Marc Coppey, der zuletzt für seine Aufnahme der Cellokonzerte von Dmitri Schostakowitsch für audite international gefeiert wurde, hat für die Neuaufnahme von Kodálys bahnbrechenden Stücken zwei Meister ihres Fachs eingeladen: den ungarischen Geiger Barnabás Kelemen und den israelischen Pianisten Matan Porat.
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Rezension Rhein-Main Magazin 07/22 | July 1, 2022 Seit mehr als zwei Jahrhunderten gibt es am Pariser Conservatoire eine...

Seit mehr als zwei Jahrhunderten gibt es am Pariser Conservatoire eine glorreiche Cellotradition, die seit 2003 von Marc Coppey fortgeführt wird. Als Hommage an den Geist seiner Vorläufer präsentiert er, vereint auf einer CD, drei der berühmtesten Cellokonzerte des 19. Jahrhunderts von Camille Saint-Saëns, Édouard Lalo und Léon Boëllmann. Mit den beiden Konzerten von Saint-Saëns und Lalo sind gewichtige Schlachtrösser der französischen Celloliteratur vertreten, die man nicht nur technisch beherrschen, sondern vor allem musikalisch durchdringen muss, um ihre Feinheiten zu erkennen.
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Rezension www.musik-medienhaus.de Juni 2022 | June 1, 2022 Gregor Joseph Werner (1691 – 1766) war Schüler des Vize-Hofkapellmeisters...

Gregor Joseph Werner (1691 – 1766) war Schüler des Vize-Hofkapellmeisters Antonio Caldara in Wien und wurde 1728 Hofkapellmeister in Eisenstadt bei Fürst Nicolaus Eszterházy. Werner, bekannt für seine kontrapunktischen Fähigkeiten, schrieb u.a. Oratorien, welche in der Karwoche in der Chorfrauenkirche am heiligen Grabe aufgeführt wurden, Kantaten, Messen, Vespern, Kirchensonaten sowie Klavier- und Orgelkonzerte für Eisenstadt als auch Opern. 1761 löste ihn Haydn bei den Opern, Schauspiel- und Kammerkonzerten in Schloss Eszterházy ab. Unter Werners 420 erhaltenen Kompositionen finden sich nur vier gedruckte Werke, zwei vergnügliche „Tafelstücke“, eine Sammlung von sechs Symphonien und der „Neue und sehr curios musicalische Instrumentalkalender“ (Augsburg 1748).

Aus dem großen Schatz der nur handschriftlich überlieferten Werke hat der Organist Lajos Rovatkay, ehemals Leiter des Studios für Alte Musik an der Hochschule Hannover und Gründer (1981) und Leiter des Barockorchesters „Capella Agostino Steffani“ (seit 1996 „Hannoversche Hofkapelle“), der sich schwerpunktmäßig mit Werner befasst hat, je sechs Salve Reginas und Pastorellas für diese CD eingespielt, die strenge Kontrapunktik eingebettet in volkstümliche Figuren in den weihnachtlichen vokalen Salve Reginas und instrumentalen Pastorellen hören lässt. Werners Musik bezaubert gerade auch durch die virtuosen Orgelsoli der Pastorellen, die Lajos Rovatkay klar zeichnend spielt, so dass die CD großes Hörvergnügen bereitet.

Das erprobte Vokalensemble Magdalena Harer, Johannes Euler, Georg Poplutz und Markus Flaig bringen die kurzen Sätze der Salve Reginas je eigen zum Leuchten. Die Eszterházys müssen berechtigt stolz gewesen sein auf ihren Hofkapellmeister, sollten sie gleich qualifizierte Sänger gehabt haben. Da Werners Werke bisher kaum gedruckt wurden, ist er unterrepräsentiert geblieben. Das sollte nicht so bleiben!
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Rezension www.musik-medienhaus.de Juni 2022 | June 1, 2022 Erstklassige virtuose Leistungen sind auf dieser CD zu hören, konzentriert auf...

Erstklassige virtuose Leistungen sind auf dieser CD zu hören, konzentriert auf Werke aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, die in Neapel entstanden. Komponisten sind Francesco Mancini (1672 – 1737), Domenico Sarro (1679 – 1744), Giuseppe Porsile (1680 – 1750), Nicola Fiorenza (1700 – 1764) und Alessandro Scarlatti (1660 – 1725). Was Barbara Heindlmeier in den Flötenkonzerten von Mancini, Sarro und Fiorenza da aus ihren Flöten herauszaubert, Maria Ladurner in verschiedenen Opernarien von Sarro, Porsile und Scarlatti an Koloraturen und die Streicher und Continuo-Spieler von la festa musicale, voran Anne Marie Harer, mit artistischem Können abliefern, ist nahezu unglaublich. Wer beim deutschen Bach den einsamen Höhepunkt der Zeit für sich festgelegt hatte, wird hier eines besseren belehrt, Kontrapunkt wider Opernbravour.

Zwar wird nicht alle Musik in Neapel so klinisch rein gespielt worden sein wie auf dieser CD, zumindest ähnlich ist das doch aber zu vermuten. Eine begeisternde Einspielung, zu der man sich weitere Fortsetzungen wünscht.
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Rezension www.musik-medienhaus.de Juni 2022 | June 1, 2022 Musik am Hof der Margarete von Österreich (1480 – 1530) in Mechelen bringt...

Musik am Hof der Margarete von Österreich (1480 – 1530) in Mechelen bringt das Bremer Blockflötenconsort auf seiner neuen CD.

1507 hatte ihr Vater Kaiser Maximilian I. ihr die Regentschaft der habsburgischen Niederlande übertragen, die sie in der Zeit von 1507 bis Januar 1515 und von 1517 bis 1530 innehatte. Außerdem war sie Vormund und Erzieherin u.a. ihres Neffen Karl, dem späteren Kaiser Karl V. Gegenüber ihrem Herzogshof ließ sie ein Palais erbauen, wohin sie viele Künstler und Gelehrte einlud und so den Hof von Mechelen zu einem Zentrum des Humanismus machte. So verkehrten dort Persönlichkeiten wie Erasmus von Rotterdam, Pierre de la Rue und Josquin Desprez. Als gewichtige Musikmäzenin ihrer Zeit gewann Margarete eine große Bedeutung.

Hier entstand in der Schreibwerkstatt des Petrus Alamire (c 1470 – 1536), der auch als Sänger am Hof wirkte, der Basevi Codex, der seinen Namen von einem Besitzer im 19. Jahrhundert erhielt. Der Codex versammelt 87 Kompositionen von u.a. Pierre de la Rue (1460-1518), Jakob Obrecht (1457-1505), Antoine Brumel (1460-1520), Johannes Ockeghem (1430-1497), Alexander Agricola (1446-1506) und Heinrich Isaac (1450-1517). Es handelt sich um Chansons und Chanson-Motetten meist in französischer Sprache, aber auch in niederländischer, lateinischer und italienischer. Er diente wohl zum geselligen Musizieren einer adligen Dame.

Die vier Damen des Boreas (in der griechischen Mythologie die Personifikation des winterlichen Nordwinds) Quartetts Jin-Ju Baek, Elisabeth Champollion, Julia Fritz und Luise Manske fanden sich an der Bremer Musikhochschule zusammen, es ist nach ihrer CD mit Werken von Christopher Tye ihre zweite Einspielung. Was die vier Bläserinnen hier abliefern, ist große Ensemble-Kunst, gepaart mit großer Spielfreude aber vor allem auch großem Stilbewusstsein, in die sich Dorothee Mields problemlos einfügt. So werden etwa Loyset Compères (c 1445 – 1518) „Scaramella“-Variationen und Isaacs „La mi la sol“ zu virtuosen Höhepunkten, während Obrechts Sätze aus der „Missa Fortuna desperata“ zu tiefsinnigen Ausdeutungen werden. Der Booklettext von Sibylle Schwantag sucht diese Musik des frühen 16. Jahrhunderts dem heutigen Hörer nahezubringen, was ja nach 500 Jahren nicht so ganz einfach ist.
Dem Boreas Quartett und Dorothee Mields sei gratuliert zu dieser tollen Ensemblearbeit!
Fono Forum

Rezension Fono Forum August 2022 | August 1, 2022 Eine längst überfällige Idee, das Debut des Kölner ARUNDOSquintetts, das...

Eine längst überfällige Idee, das Debut des Kölner ARUNDOSquintetts, das unter dem Titel "Origin" den farblichen Reiz einer Bläserquintett-Besetzung ausspielt. Die meisten Kompositionen sind hier allerdings (abgesehen von Ligeti) weniger mit ihrer Herkunft beschäftigt als mit ihren stilistischen Vorlieben:

Die "Sept desserts rythmiques" (2006) von Thomas Blomenkamp hätten auch im Paris der 1920er-Jahre geschrieben worden sein können und machen ihrem Namen alle Ehre: tänzerische "Nachtische" mit Divertimento-Charakter im Geist der Groupe des Six.

Ebenfalls hörbar französisch beeinflusst, aber von anderem kompositorischen Kaliber ist Manfred Trojahns "Sonata III" (1991/95). Sie scheint der sprunghaften Rhythmik und schillernden Harmonik Olivier Messiaens die Ehre zu erweisen. Anna Saha (Flöte), Yoshihiko Shimo (Oboe), Christine Stemmler (Klarinette), Lisa Rogers (Horn) und Yuka Maehrle (Fagott) machen diese Ersteinspielung mit wuchtiger Klangpräsenz und solistischem Feinschliff zum Glanzstück.

Weniger überzeugen will NGOMA (2020) von Maximillian Guth, der regelmäßig in interkulturellen Dialogen über den europäischen Tellerrand hinausblickt. Das auf spirituelle Aspekte ostafrikanischer Musikkultur abhebende Stück ist aber gerade in seinen rhythmischen Partien etwas dünn gestrickt. Dass da weit mehr geht hinsichtlich der Transformation außereuropäischer Musik, hat nicht zuletzt György Ligeti bewiesen. Sein frühes Bläserquintett (1953), ein Klassiker des Genres, fungiert hier als quicklebendiger Rausschmeißer, dessen burlesker, hintergründiger Charme im oberen Tempobereich entfaltet wird.
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Rezension www.pizzicato.lu 06/07/2022 | July 6, 2022 Bach, die Norddeutschen und Ann-Helena Schlüter

Eine CD-Produktion sollte einen roten Faden, eine Idee haben, damit sie Interessenten zunächst vordergründig anspricht. In diesem Fall ist es das Instrument, eine Orgel aus dem Atelier von Tobias Heinrich Gottfried Trost, der von Johann Sebastian Bach sehr geschätzt wurde.

In der Stadtkirche von Waltershausen steht eine Trost-Orgel, die größte Barockorgel in Thüringen, auf der Ann-Helena Schlüter ihr Programm eingespielt hat.

Die Organistin profitiert von den starken tiefen Registern, die als wunderbares Fundament dienen. Auf diesem festen Bass-Grund kann sich die Bach’sche Kunst in ihrer ganzen Blüte entfalten. Ann-Helena Schlüter erweist sich als wunderbare Klanggestalterin, die bei aller Kraft des Instrumentes immer transparent bleibt. So formen sich auch ihre eigenen Kompositionen Rapture und Shades zu einem raffinierten Kontrast zu den alten Meistern.

Im Booklet ist von herber Wucht und spielerischer Leichtigkeit die Rede. Letzteres kann man für diese Interpretationen sicher gelten lassen. Die herbe Wucht hingegen erleben wir eher als barocken Glanz gleichsam dem Bach’schen Motto: Soli Deo Gloria.

A CD production should have a common thread, an idea, so that it initially appeals to interested parties superficially. In this case it is the instrument, an organ made by Tobias Heinrich Gottfried Trost, who was held in high esteem by Johann Sebastian Bach.In the town church of Waltershausen there is a Trost organ, the largest baroque organ in Thuringia, on which Ann-Helena Schlüter recorded her program.The organist benefits from the strong low registers, which serve as a wonderful ground. On this firm bass foundation, Bach’s art can unfold in its full bloom. Ann-Helena Schlüter proves to be a wonderful sound designer who always remains transparent despite all the power of the instrument. Thus her own compositions Rapture and Shades form a refined contrast to the old masters.The booklet speaks of harsh force and playful lightness. The latter can certainly be applied to these interpretations. The harsh force, on the other hand, we experience rather as baroque splendor, as it were, the Bachian motto: Soli Deo Gloria.
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Rezension www.pizzicato.lu 08/07/2022 | July 8, 2022 Jimin Oh-Havenith mit russischer Musik

Die vierte CD der südkoreanischen Pianistin Jimin Oh-Havenith für audite widmet sich russischer Musik. Die 1874 komponierten Bilder einer Ausstellung von Modest Mussorgsky stellt sie in einer dramatischen und visualisierenden Interpretation vor. Das ergibt sehr stimmungsvolle Bilder wie das melancholische gezeichnete Alte Schloss, das ungelenke Torkeln der Küken oder das herzergreifende Bitten des armen Schmuyle.

Die vier Stücke von Scriabin zeigen den Weg vom noch romantischen Prélude op. 2/2 bis zum op. 48/2, das zwar fein differenziert und auch spannend gespielt wird, für das ich mir allerdings klarere Texturen gewünscht hätte.

Die vier Préludes von Sergei Rachmaninov spielt Jimin Oh-Havenith mit einem guten Klanggefühl, sehr differenzierend, mit sehr präziser und feiner Phrasierung, transparent und mit einer breiten Farbpalette.


South Korean pianist Jimin Oh-Havenith’s fourth CD for audite is devoted to Russian music.

She presents Modest Mussorgsky’s Pictures at an Exhibition in a very dramatic and visualizing interpretation. This results in atmospheric images like the melancholic drawn Old Castle, the awkward staggering of the chicks or the heartrending pleading of poor Schmuyle.

The four pieces by Scriabin show the way from the still romantic Prélude op. 2/2 to op. 48/2, which is finely differentiated and also excitingly played, but for which I would have liked more transparent textures.

The four Préludes by Sergei Rachmaninov are played by Oh-Havenith with a good feeling for sound, very differentiating, with precise and fine phrasing, transparent and with a wide palette of colors.

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