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Rafael Kubelík conducts Haydn, Schoenberg & Tchaikovsky

95745 - Rafael Kubelík conducts Haydn, Schoenberg & Tchaikovsky

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Im Sommer 1968, wenige Tage nach der brutalen Niederschlagung des «Prager Frühlings», diri­gierte der Exil-Tscheche Rafael Kubelík in seiner Wahlheimat Luzern ein packendes Konzert: Eine vital musizierte Haydn-Sinfonie und eine leidenschaftlich glühende Vierte von Tschaikowsky rahmen Schönbergs Klavierkonzert – zugleich der einzige Auftritt der britischen Klavierlegende John Ogdon bei Lucerne Festival.mehr

Joseph Haydn | Arnold Schoenberg | Piotr Ilyich Tchaikovsky

"Tchaikovsky ist wohl kaum je intensiver [...] und persönlicher erklungen als damals in Luzern. [...] Wahrhafter kann Musik und deren Interpretation nicht sein." (Online Merker)

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CD 1 von 2 (42:05)

Joseph Haydn Symphony No. 99 in E-Flat Major, Hob.I:99 ("London Symphony" No. 7) (23:49) New Philharmonia Orchestra | Rafael Kubelik

I. Adagio – Vivace assai (06:49)
III. Menuett. Allegretto – Trio (06:05)
IV. Finale. Vivace (04:36)

Arnold Schoenberg Piano Concerto, Op. 42 (18:16) John Ogdon | New Philharmonia Orchestra | Rafael Kubelik

II. Molto allegro (02:47)
IV. Giocoso (moderato) (05:43)

CD 2 von 2 (42:22)

Piotr Ilyich Tchaikovsky Symphony No. 4 in F Minor, Op. 36 (42:22) New Philharmonia Orchestra | Rafael Kubelik

I. Andante sostenuto – Moderato con anima (18:09)
II. Andantino in modo di canzona (09:26)
III. Scherzo. Pizzicato ostinato – Allegro (05:15)
IV. Finale. Allegro con fuoco (09:32)

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Details

Rafael Kubelík conducts Haydn, Schoenberg & Tchaikovsky
Lucerne Festival "Historic Performances", Vol. XVIII
Artikelnummer: 95.745
EAN-Code: 4022143957450
Preisgruppe: BCA
Veröffentlichungsdatum: 2. September 2022
Spielzeit: 84 min.

Zusatzmaterial

Informationen

Im Sommer 1968, wenige Tage nach der brutalen Niederschlagung des «Prager Frühlings», dirigierte der Exil-Tscheche Rafael Kubelík in seiner Wahlheimat Luzern ein packendes Konzert: Eine vital musizierte Haydn-Sinfonie und eine leidenschaftlich glühende Vierte von Tschaikowsky rahmen Schönbergs Klavierkonzert - zugleich der einzige Auftritt der britischen Klavierlegende John Ogdon bei Lucerne Festival.

«Kubelík setzt sich für die Tschaikowsky-Sinfonie ein, als gelte es, ein Bekenntnis für den Sieg des Geistes, der Freiheit über alle Schicksalsgewalten abzulegen», urteilte ein damaliger Kritiker über das Abschlusskonzert des Luzerner Sommer-Festivals 1968. Die historischen Parallelen zur aktuellen Situation mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine sind unübersehbar: Wenige Tage vor Rafael Kubelíks Auftritt war in Prag die sozialistische Reformbewegung von den Panzern des Warschauer Pakts brutal niedergewalzt worden. Der Exil-Tscheche und Wahl-Luzerner Kubelík hatte daraufhin nicht nur für einen Abbruch der künstlerischen Beziehungen plädiert - ein Aufruf, dem sich Musiker wie Arthur Rubinstein, Yehudi Menuhin oder Igor Stra­winsky anschlossen. Er hatte die Luzerner Konzertbesucher*innen auch um Unterstützung für seine «Stiftung für die tschechoslowakischen Emigranten nach dem 21. August 1968» gebeten. Am ursprünglich geplanten Prog­ramm hielt er jedoch fest, auch wenn die Tageszeitungen die Wahl einer russischen Sinfonie durchaus problematisierten: Kubelíks dramatisch zugespitzte Lesart von Tschaikowskys Vierter Sinfonie fesselt mit frappierend abrupten Wechseln in Tempo und Tonfall und steigert die orchestrale Virtuosität im Finale zum Furor.

Eröffnet hatte er das Gastspiel des New Philharmonia Orchestra, wie sich das Philharmonia Orchestra nach einer Sezession und Neugründung zeitweise nannte, mit Haydns Es-Dur-Sinfonie Hob. I:99. Ein weiteres Highlight: Schönbergs Klavierkonzert mit John Ogdon als Solist, der dieses Werk nie eingespielt hat. Mit unfehlbarem Gespür für die schroff wechselnden Charaktere dieser Musik und ihre fortlaufenden variativen Prozesse gelang Ogdon und Kubelík eine textgenaue, fassliche Interpretation.

Alle drei Live-Mitschnitte sind Erstveröffentlichungen. Das 32-seitige, dreisprachige Booklet enthält ein Porträt des Dirigenten von Wolfgang Stähr und zeigt bislang unveröffentlichte Fotos aus dem Festival-Archiv.

In Kooperation mit audite präsentiert Lucerne Festival in der Reihe «Historic Performances» herausragende Konzertmitschnitte prägender Festspielkünstler. Ziel der Edition ist es, bislang weitgehend unveröffentlichte Schätze aus den ersten sechs Jahrzehnten des Festivals zu heben, dessen Geburtsstunde 1938 mit einem von Arturo Toscanini geleiteten «Concert de Gala» schlug. Die Tondokumente stammen aus den Archiven von SRF Schweizer Radio und Fernsehen, das die Luzerner Konzerte seit Anbeginn regelmäßig überträgt. Sie werden klanglich sorgfältig restauriert und durch Materialien und Fotos aus dem Archiv von Lucerne Festival ergänzt: eine klingende Festspielgeschichte.

Besprechungen

Audiophile Audition
Audiophile Audition | Oct 3, 2022 | Gary Lemco | 3. Oktober 2022 | Quelle: https://www.auda...

The interplay between the New Philharmonia strings, winds, and brass resounds in superb clarity of line, sober but impassioned, a testament to joie de vivre that political intimidation cannot quell. [...] Highly recommended, and turn up the speakers.Mehr lesen

Aus urheberrechtlichen Gründen dürfen wir ihnen diese Rezension leider nicht zeigen!
The interplay between the New Philharmonia strings, winds, and brass resounds in superb clarity of line, sober but impassioned, a testament to joie de vivre that political intimidation cannot quell. [...] Highly recommended, and turn up the speakers.

Der neue Merker | 18.09.2022 | Dr. Ingobert Waltenberger | 18. September 2022 | Quelle: https://onlineme... Erstveröffentlichung des Live-Mitschnitts vom Abschlusskonzert der Internationalen Musikfestwochen Luzern

[...] Tchaikovsky ist wohl kaum je intensiver, in den Rubati und melodienseligen chiaroscuro-Stimmungen aufregender und persönlicher erklungen als damals in Luzern. [...] Wahrhafter kann Musik und deren Interpretation nicht sein. Ein Ereignis.Mehr lesen

Aus urheberrechtlichen Gründen dürfen wir ihnen diese Rezension leider nicht zeigen!
[...] Tchaikovsky ist wohl kaum je intensiver, in den Rubati und melodienseligen chiaroscuro-Stimmungen aufregender und persönlicher erklungen als damals in Luzern. [...] Wahrhafter kann Musik und deren Interpretation nicht sein. Ein Ereignis.

www.pizzicato.lu | 07/09/2022 | Remy Franck | 7. September 2022 | Quelle: https://www.pizz... Außergewöhnlich spannender Mitschnitt eines Kubelik-Konzerts

Dieses Album begreift den Livemitschnitt des Konzerts, das Rafael Kubelik am 8. September 1968 an der Spitze des damals als New Philharmonia OrchestraMehr lesen

Dieses Album begreift den Livemitschnitt des Konzerts, das Rafael Kubelik am 8. September 1968 an der Spitze des damals als New Philharmonia Orchestra firmierenden Londoner Ensembles in Luzern dirigierte.

Eine in den schnellen Sätzen sehr vitale, im Adagio etwas düstere Interpretation der 99. Symphonie von Joseph Haydn eröffnet das Konzert. Darauf folgt eine rhythmisch straffe, kraftvolle und insgesamt sehr spannende Aufführung des Klavierkonzerts von Arnold Schönberg mit dem britischen Pianisten John Ogdon (1937-1989).

Die zweite CD enthält eine hoch dramatische Darbietung von Tchaikovskys Vierter Symphonie. Zwischen den explosiven, vor Energie berstenden Passagen gibt es wunderschön warme und farbige Momente voller Zärtlichkeit, und diese spontane Kontrastierung lässt die Musik ungemein spannend werden. Hic et nunc. Da passiert wirklich etwas in diesem ersten Satz, und die wie gehetzt wirkende Coda lässt erahnen, was alles noch folgen wird.

Der zweite Satz ist ungewöhnlich atmosphärisch, sehr mitteilsam und suggestiv. Direkt gespenstisch beginnt das Pizzicato des Scherzos, wie ein Vorspiel zu der Szene in Verdis Rigoletto, in dem die Höflinge Gilda entführen. Und auch der Rest ist sehr ungewöhnlich, sehr gestisch, stark akzentuiert und grell, orgiastisch im Sinne eines Hexensabbats. Der Spuk ist nach schnellen 5’15 vorbei. Ich kenne keine andere Aufnahme, in der für den dritten Satz so wenig Zeit beansprucht wird. Und danach explodiert der vierte mit unerhörter Gewalt.

Auch hier schüren die Kontraste die Spannung zwischen Kampf und Ruhe. Stark empfundene Rubati, elektrisierende Steigerungen lassen das Allegro con fuoco ungewöhnlich expressiv brennen.

Inwiefern das brutale Niederschlagen des Prager Frühlings durch die Russen im August 1968, also kurze Zeit vor diesem Konzert, den tschechischen Exilmusiker Kubelik in diesem Konzert revoltierend befeuerte – im Booklet ist ausführlich die Rede davon – muss Spekulation bleiben. Dass Kubelik an diesem 8. September ein außergewöhnlich kraftvolles, packendes Konzert dirigierte, ist nicht zu leugnen, und in der nicht gerade armen Hinterlassenschaft Kubeliks im Tonträgerbereich ist dies eine wichtige Bereicherung des Bestands.


This album comprehends the live recording of the concert conducted by Rafael Kubelik in Lucerne on September 8, 1968, at the head of the London ensemble then known as the New Philharmonia Orchestra.

A very vital interpretation of Joseph Haydn’s 99th Symphony in the fast movements, somewhat somber in the Adagio, opens the concert. This is followed by a rhythmically tight, powerful and altogether very exciting performance of Arnold Schoenberg’s Piano Concerto with British pianist John Ogdon (1937-1989).

The second CD contains a highly dramatic performance of Tchaikovsky’s Fourth Symphony. In between explosive passages bursting with energy, there are beautifully warm and colorful moments full of tenderness, and this spontaneous contrasting makes the music immensely exciting. Hic et nunc. There is really something happening in this first movement, and the very fast coda foreshadows all that is to follow.

The second movement is unusually atmospheric, very communicative and suggestive. The pizzicato of the Scherzo is highly expressive, like a prelude to the scene in Verdi’s Rigoletto in which the courtiers kidnap Gilda. And the rest is also very unusual, very gestural, accented and garish, orgiastic in the sense of a witches’ Sabbath. The haunting is over after a quick 5’15. I know of no other recording in which so little time is taken for the third movement. And after that the fourth explodes with unheard-of violence.

Here, too, the contrasts fuel the tension between struggle and calm. Strongly felt rubati, electrifying climaxes make the Allegro con fuoco burn unusually expressively.

To what extent the brutal suppression of the Prague Spring by the Russians in August 1968, i.e. shortly before this concert, revolted the Czech exile musician Kubelik – the booklet talks about it in detail – must remain speculation. That Kubelik conducted an exceptionally powerful, gripping concert on this September 8 is undeniable, and in Kubelik’s not exactly poor legacy of recordings, this is an important addition to the inventory.
Dieses Album begreift den Livemitschnitt des Konzerts, das Rafael Kubelik am 8. September 1968 an der Spitze des damals als New Philharmonia Orchestra

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