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Rezension ensuite Kulturmagazin Nr. 133 | Januar 2014 | Francois Lilienfeld | 1. März 2014 Die Frühzeit des Sergiu Celibidache (1912-1996)

Die Karriere des berühmten rumänischen Dirigenten ging ungewohnte Wege. 1945, nach der deutschen Kapitulation, suchten die Berliner Philharmoniker einen neuen Chefdirigenten. Wilhelm Furtwängler war mit zeitweiligem Dirigierverbot belegt, da er «entnazifiziert» werden musste. Ihm, als dem Berühmtesten, war eine Sündenbockposition quasi vorgezeichnet. Er hatte deutschnational empfunden und war politisch von sehr großer Naivität; aber ein Nazi war er nie, und kurz vor Kriegsende flüchtete er, um einer drohenden Verhaftung zu entgehen, in die Schweiz. Zahlreichen Verfolgten hatte er außerdem tatkräftig beigestanden.

Die Philharmoniker wählten Leo Borchard. Doch der hatte kaum seine Position eingenommen, als er irrtümlicherweise von einem amerikanischen Wachsoldaten erschossen wurde.

Nun erhielt ein junger rumänischer Student mit ein bisschen Dirigiererfahrung seine Chance: Sergiu Celibidache könnte das Orchester interimistisch, d.h. bis zu Furtwänglers Rückkehr, übernehmen. Eine riskierte Sache; doch seine Musikalität, sein feuriges Temperament und sein weitläufiges Repertoire verschafften ihm sofort große Erfolge. Als Furtwängler wieder am Pult der Berliner stehen durfte, teilte er sich mit ihm in die Leitung der Konzerte. Furtwängler starb 1954, und Celibidache wäre der logische und ideale Nachfolger gewesen. Doch es kam anders: Ein gewisser Herbert von Karajan wurde gewählt, ein überzeugter Nazi, der auch das Dirigentenpult durch seine Führermentalität prägen sollte und der einen überwiegenden Anteil an der zunehmenden Kommerzialisierung des klassischen Musikbetriebes haben würde. Diese Wahl war ein persönlicher Affront gegen den jungen Rumänen, außerdem ein politisch und künstlerisch skandalöses Ereignis.

Celibidache war zutiefst verletzt und kehrte den Berliner Philharmonikern definitiv den Rücken. Fortan reiste er viel und hatte feste Stellen in Stockholm, Stuttgart und zuletzt München inne.

Celibidache verweigerte sich dem Aufnahmestudio fast vollständig. Eine große Menge seiner Radio- und Fernsehauftritte wurde jedoch mitgeschnitten und posthum von seinem Sohn veröffentlicht. Er wollte das Werk seines Vaters – auch in Dokumentarfilmen – weiterleben lassen, und fand offizielle, qualitativ hochstehende Veröffentlichungen besser als die schon früh zahlreich verbreiteten Piratkopien. Die Aufnahmen stammen aus Celibidaches Spätzeit, als seine Interpretationen, nicht zuletzt durch seine philosophischen Meditationen, immer langsamer wurden. Wie anders er in seiner Berliner Zeit musizierte, kann man, dank zwei CD-Sammlungen aus dem Hause audite, erleben.

Schon 2011 waren 3 CDs mit RIAS-Mitschnitten erschienen (audite 21.406). Sie enthielten hauptsächlich Werke des 20. Jahrhunderts, darunter viel Musik, die im 3. Reich verboten war. Besonders erstaunlich, wie Celibidache die Berliner in Musik einführte, die ihnen damals total fremd war: Ravels «Rhapsodie Espagnole» etwa, oder, noch verblüffender, Gershwins «Rhapsody in BIue». Ein von heiligem Feuer gepackter Dirigent führt großartige Musiker auf neue Pfade! Auch Werke von Heinz Tiessen(1887-1971), Celibidaches Dirigierlehrer, können wir hören, sowie das leider immer noch vernachlässigte, wunderbare Violinkonzert von Ferruccio Busoni (1866-1924), mit Siegfried Borries, dem Konzertmeister des Orchesters, als Solisten.

Neu sind nun 13 CDs auf den Markt gekommen, unter dem Titel «The Berlin Recordings – 1945-1957» (audite 21.423). Sie bieten ein sehr breitgefächertes Repertoire, eingespielt mit den Philharmonikern und dem Rundfunk-Symphonie-Orchester Berlin.

Schon eines der ältesten Dokumente – die Vierte Symphonie von Brahms (21. Nov. 1945) – ist eine absolute Sternstunde. Leidenschaft und Lyrik, große Bögen und Detailtreue geben sich die Hand; die Philharmoniker klingen besser und vor allem interessanter als ein Jahrzehnt später unter H.v.K., und dies obschon das Haus des Rundfunks in diesem kalten ersten Nachkriegswinter wohl kaum geheizt war!

Drei Tage vor der Brahms-Symphonie dirigierte Celibidache das Dvorák-Cellokonzert mit Tibor de Machula als Solisten. Hier kommen zwei temperamentvolle Persönlichkeiten zusammen; die sich, insbesondere im ersten Satz, gegenseitig aufzumuntern scheinen. Dies hindert sie nicht daran, auch dem lyrischen Teil gegen Schluss des Finales vollauf gerecht zu werden. Der Cellist beeindruckt durch seinen gekonnten Einsatz des Portamento; allerdings stört im zweiten Satz ein starkes, ständiges Vibrato.

Es würde den gegebenen Rahmen sprengen alle Werke aufzuzählen und zu besprechen. Erwähnenswert ist jedoch die große Anzahl Raritäten, vor allem aus Russland und Frankreich, welche diese Sammlung enthält. Auch Werke, die wir später in Celibidaches Programmen seltener antreffen werden – Haydn, Vivaldi – ermöglichen lohnende Begegnungen. Überraschend ist das Fehlen zweier Komponisten, die später in den Mittelpunkt von Celibidaches Tätigkeit rücken werden: Schumann und Bruckner.

Eine Kuriosität stellt die Bonus-CD dar: eine unvollständige Version von Beethovens Siebenter Symphonie. Sie wurde am 7. Okt. 1957 vom Deutschen-Symphonie•0rchester Berlin eingespielt. Das Original-RIAS-Band wurde gelöscht; denn der Dirigent stampft, schreit und singt fast ständig mit. Im Sender Freies Berlin fand sich jedoch eine Kopie, die die zwei ersten Sätze und einen Teil des Scherzos enthält. Eine rätselhafte Aufnahme: Kann es wirklich sein, dass Celibidache so selbstvergessen war? Hatte er extrem schlechte Laune? Er probte gerne sehr «lautstark»: handelt es sich etwa um eine – öffentliche – Probe? Wie dem auch sei, die Interpretation ist sehr fragwürdig: Das langsame Tempo im Hauptteil des ersten Satzes klingt wie eine Vorahnung auf Kommendes, wohingegen das rasende Scherzo fast unspielbar und gänzlich unüberzeugend ist. Ein faszinierendes Dokument... aber nicht unbedingt ein Hörgenuss.

Ganz anders Beethovens Dritte «Leonore»-Ouvertüre (10. Nov. 1946). Auch hier sind die Tempi extrem: Nach einer sehr langsamen Einleitung gleitet Celibidache mit einem Accelerando in einen sehr forsch musizierten Hauptteil – eine eigenwillige Auffassung, die hier jedoch dramaturgisch überzeugt: Die Wucht, mit welcher der Dirigent die Berliner Philharmoniker aufspielen lässt, ist höchst beeindruckend.

Die technische Qualität der Überspielungen ist ausgezeichnet, und das Beiheft enthält genaue Angaben und sehr aufschlussreiche Texte.
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Rezension ensuite Kulturmagazin Nr. 133 | Januar 2014 | Francois Lilienfeld | 1. Januar 2014 Bach, wie man ihn sich öfters wünschte…

Eine Besprechung des Weihnachtsoratoriums im Januar? Nun ja, Verspätungen können vorkommen; vor Allem aber ist diese Musik so universell, dass man sie das ganze Jahr hören kann, sogar unabhängig von der Glaubenszugehörigkeit.

Der Dirigent Karl Ristenpart (1900-1967) ist heute leider weit weniger bekannt als er es verdiente. Seine Karriere wurde durch die Machtübernahme der Nazis unterbrochen: Zu keinen Konzessionen bereit beschränkte er sich auf stille Arbeit mit Kammerorchestern, bis ihm auch dies verboten wurde und die Machthaber ihn, als Truppendirigent, zum Wehrdienst zwangen. Nach der Kapitulation wurde ihm, als Unbelasteten, sofort eine wichtige Arbeit übertragen: Er sollte Orchester und Kammerchor des RIAS (Radio im amerikanischen Sektor) Berlin aufbauen. Damit war er an der Spitze (zeitweise zusammen mit Ferenc Fricsay) eines der Rundfunkorchester, die von den Besatzungsmächten ins Leben gerufen wurden, und die einen ungeheuren musikalischen Aufschwung in Nachkriegsdeutschland ermöglichten. 1953 zog Ristenpart nach Saarbrücken, wo er das Kammerorchester des Saarländischen Rundfunks gründete.

Sein Repertoire war breit, besonders aber lagen ihm Bach und Mozart am Herzen; dazu Mahler, dessen Musik seine Entscheidung, Dirigent zu werden, stark beeinflusst hatte.

1949 begann der RIAS einen Bach-Kantatenzyklus mit Ristenpart aufzunehmen. Dieses Projekt – es hätte eine Gesamtaufnahme werden sollen – musste leider aus vertraglichen Gründen 1952 abgebrochen werden. Die 28 existierenden Kantaten hat die Firma audite 2012 herausgegeben (audite 21.415, 9 CDs). Vor kurzem nun veröffentlichte dieselbe Firma Bachs Weihnachtsoratorium mit Kammerchor, Knabenchor und Kammerorchester des RIAS (audite 21.421, 3 CDs). Das Dokument stammt vom Dezember 1950.

Die Aufnahme ist wohl eines der wichtigsten Zeugnisse der Bach-Interpretation. Ristenpart hat ein untrügliches Gefühl für die Klang- und Gefühlswelt des Thomaskantoren, aber auch für seinen Stil; dass einige Appoggiaturen fehlen und in da capo-Teilen nicht variiert wird, nimmt man in Kauf. Vor allem hervorzuheben ist sein Sinn für Tempi, die bei ihm nie verschleppt oder gehetzt wirken: Jedes Tempo ist dem entsprechenden Stück (und seinem Text) angepasst. Die Bass-Arie «Großer Herr und starker König» ist majestätisch, die sehr zügige Pastorale klingt nach freier Luft, der Chor «Herrscher des Himmels» ist wirklich ein Triumph-Psalm.

Die von Bach so herrlich zusammengestellten Klangkombinationen (Flöten, Oboen, Oboe d'amore…) kommen dank der hohen Qualität des Orchesters wunderbar zur Geltung. Und die Solisten gehören wohl zum Besten, was Deutschland 1950 zu bieten hatte: Agnes Giebel (Sopran), Charlotte Wolf-Matthäus (Alt), Helmut Krebs (Tenor), Walter Hauck (Bass). Auch die Chöre sind groß in Form; was ab und zu an Delicatesse fehlt, wird durch Sangesfreude mehr als wettgemacht!

Die Aufnahmequalität zeugt für das große technische Können der damaligen Toningenieure. Nur die Hörner im vierten Teil dürften etwas präsenter sein. Für die Überspielung auf CD wurden die Originalbänder benutzt, was einen weiteren Vorteil bedeutet.

Viel Wissenswertes über die Musikerpersönlichkeit Ristenparts und die Hintergründe der Aufnahme vermittelt der hochinteressante Text von Habakuk Traber im Beiheft.

Dass das ganze Werk (6 Kantaten!) in zwei Tagen aufgenommen wurde, ist nicht nur erstaunlich, sondern erklärt vielleicht auch die erfrischende Spontaneität der Aufführung.

Ein Teil der Chöre und Arien im Weihnachtsoratorium stammt übrigens aus weltlichen Kompositionen Bachs. Dieses «Parodieverfahren» war damals gang und gäbe und hat nichts Schockierendes; im Gegenteil, es zeigt die Größe des Komponisten, der Allgemeingültiges schafft. Oder, um einen berühmten Bach-Forscher zu zitieren: «Dennoch, oder vielleicht gerade, weil in diese Weihnachtsmusik ein so großer Teil ursprünglich weltlicher, d. h. volkstümlicher Weisen, Bachs eingeschmolzen ist, strahlt sie in so unvergänglicher Frische.» (Arnold Schering, 1922)

Schade, dass solch vollendetes Bach-Musizieren immer seltener zu hören ist – mit namhaften Ausnahmen natürlich...
Gauchebdo

Rezension Gauchebdo N° 1-3 | 18 Janvier 2014 | MTG | 18. Januar 2014 Audite fait revivre les moments inoubliables du Festival de Lucerne

La sonorité du célèbre violoniste, ample, sans excès de vibrato, d'une incroyable justesse, sa virtuosité, plus encore son intelligence de l'oeuvre dans une parfaite entente avec Ansermet font de ce CD une unique dans la passe d'un lyrisme recueilli à une violènce rageuse, d'un chant sobre et calme à des appels tragiques, de rythmes tendus à des motifs dansants et l'on vit intensément la vérité de l'oeuvre.
www.pizzicato.lu

Rezension www.pizzicato.lu 13/11/2015 | Alain Steffen | 13. November 2015 Aufregendes aus Luzern

Auch diese rezente Veröffentlichung der ‘Lucerne Festival’-Reihe von Audite lässt den Hörer an zwei aufregenden Konzertmitschnitten teilhaben. Das Klavierkonzert von Robert Schumann macht aber in erster Linie nicht durch das Spiel der Solistin Annie Fischer hellhörig, sondern es ist vielmehr die hervorragende und wohlüberlegte Orchesterarbeit Carlo Maria Giulinis, die dem Konzert ganz neue Aspekte abgewinnt. Fischer ist natürlich hochkarätig und ihre sehr individuelle, recht vitale, aber nie überzogene Interpretation für die damalige Zeit schon ein gewisses Wagnis. Aber erst zusammen mit Giulini wird sie unschlagbar, und beide, unterstützt von dem exzellenten Philharmonia Orchestra, schenken uns eine der schönsten, ernsthaftesten und ausgewogensten Interpretationen, die man von diesem Stück kennt.

Aber auch das 2. Klavierkonzert von Beethoven mit dem Solisten Leon Fleisher gewinnt erst durch Georg Szell am Pult seine Einmaligkeit. Fleisher spielt eher dezent, fügt sich aber mit sportlich-elegantem Stil in die von Szells schnellen Tempi bestimmte Interpretation. Leider bleibt das Spiel des ‘Swiss Festival Orchestra’, das wohl kaum Szells Anforderungen gerecht wird, nur ungefähr. Trotzdem, wegen den beiden Solisten und vor allem, wegen den beiden Dirigenten ein Must für den Sammler.

Here we have a real collector’s item, with excellent performances, remarkable above all for the congenial interpretations by two outstanding soloists and two exceptional conductors.
www.pizzicato.lu

Rezension www.pizzicato.lu 14/11/2015 | Remy Franck | 14. November 2015 Grandioser Abschluss des Grieg-Zyklus von Audite

Mit diesem Album beschließt Audite die fünfteilige Gesamtaufnahme aller Orchesterwerke des norwegischen Nationalkomponisten. Die CD beginnt mit zwei Nummern aus der Bühnenmusik (nicht aus den Suiten) zu Henrik Ibsens Drama ‘Peer Gynt’ und endet mit den ‘Norwegischen Tänzen’ op. 35, die das WDR-Orchester hinreißend spielt, völlig gelöst und mit genuinem Schwung.

Grandioser Höhepunkt der CD sind die ‘Sechs Orchesterlieder’, weil mit Camilla Tilling und Eivind Aadland zwei Musiker aufeinandergetroffen sind, die dem elegischen Zyklus die Klangwelt verleihen, die er braucht, um den Zuhörer zu fesseln.

Mit ihrer kräftigen und doch so überaus sensiblen Stimme sowie ihrem so herzerweichend schönen, goldenen Timbre bleibt die schwedische Sängerin weder den verinnerlichten Gefühlen noch der leidenschaftlichen Dramatik etwas schuldig. In Aadland hat sie einen Dirigenten, der ihre Stimme trägt, der mit ihr atmet und der selber die Musik von innen heraus expressiv werden lässt. Deshalb gelingen ihm auch die beiden Lyrischen Stücke op. 68 so wunderbar einfühlsam.

Ganz bewegend ist ebenfalls ‘Der Bergentrückte’ (auch ‘Der Einsame’ genannt), den Tom Erik Lie gefühlvoll und mit angenehmer Stimme singt.

Kein Zweifel mit dieser CD setzt Audite seinem Grieg-Zyklus die Krone auf.

This final CD in Audite’s Grieg series has a lot of well performed content, yet the highlight is the cycle of Six Orchestral Songs, beautifully and movingly sung by Camilla Tilling, whose voice is perfectly supported by the orchestra.
Crescendo Magazine

Rezension Crescendo Magazine Le 12 octobre 2015 | Bernadette Beyne | 12. Oktober 2015 Deux nouvelles merveilles du Festival de Lucerne

Les tempi sont « puissants » dans le sens où ils véhiculent un grand souffle d’énergie soutenue par une pulsation rythmique en dynamique perpétuelle. Et puis, quelle sonorité ! Couleur, chatoiement, toujours expressive. Chaque moment est intensément vécu et conduit, tant musicalement qu’émotionnellement [...]
www.musicweb-international.com

Rezension www.musicweb-international.com Tuesday, November 17th | Stephen Greenbank | 17. November 2015 The Canadian cellist Zara Nelsova (1918-2002) hasn’t been overly represented...

The Canadian cellist Zara Nelsova (1918-2002) hasn’t been overly represented on CD, and a quick browse on Amazon throws up very little; most seems to have been deleted. In 2004 Decca released a 5 CD set in their Original Masters series (475 6327), dedicated to the cellist, which I’m thankful I purchased at the time. Sadly it is no longer available. This new 4 CD release of RIAS recordings, made between 1956 and 1965, is a desirable addition to the artist’s discography, and includes works she never recorded commercially.

Born in Winnipeg, Canada, she hailed from a musical family; her grandfather was an opera singer, her father a flautist, and her two sisters took up the violin and piano. In 1928 the family moved to London, and the ten year old Zara entered the London Violoncello School. She also had some private tuition from John Barbirolli, who started his career as a cellist. A year later the three sisters formed ‘The Canadian Piano Trio’, which lasted for ten years, travelling quite extensively all over the world. At thirteen Zara performed the Lalo Cello Concerto under Sir Malcolm Sargent. When war broke out, she returned to Canada, and took up the post of principal cellist of the Toronto Symphony Orchestra. Her greatest influences at the time were Casals, Feuermann and Piatigorsky. She was fortunate to be able to study for six weeks with Casals at the Prades Festival in 1948.

By the 1950s Nelsova’s career had reached its peak, and she was dubbed ‘Queen of Cellists’. It had been something of a struggle for her establishing a career as a female in a male-dominated arena. In 1953 she took American citizenship, and from 1962 taught at the Juilliard in New York and the Royal Academy of Music in London. She formed a close friendship with the composer Ernest Bloch, who composed works for her, and she became a great interpreter of his music, especially of the three Solo Cello Suites. Unfortunately, the composer isn’t represented in this compilation, though she did make studio recordings of his music, including three versions of Schelomo (review review review).

A decade before this Dvořák was taped, Nelsova set down a mono recording with Josef Krips and the LSO in the Kingsway Hall, London, issued on CD in Decca’s Original Masters box. Tempi in this RIAS recording are slightly brisker, and the opening movement has more of a spring in it’s step. Krips is too held back for my taste. Nelsova seems to respond with warmer playing, being swept along by the more inspirational conducting of Georg Ludwig Jochum. Even brisker is the version she recorded for Vox (1974) with the Saint Louis Symphony Orchestra under Walter Susskind, again preferable, in my view, to the Krips’. The Schumann Concerto, again under the baton of Georg Ludwig Jochum, is an impassioned and technically accomplished affair. Despite the orchestration being sparse and exposed in places, the conductor points up the orchestral gems that lie within to alluring effect.

Nelsova never made a commercial recording of Kabalevsky’s Cello Concerto No. 1 in G minor, Op. 49, though a filmed version exists on VAI (DVD 4370) in which she is partnered by the Ochestre de Radio-Canada under Alexander Brott. The performance here is given with the Radio-Symphonie-Orchester Berlin and Gerd Albrecht. This is music which deserves to be better known. It is full of gorgeous tunes and is very pleasing to the ear. The performance exudes confidence and excitement. Two extrovert outer movements frame a Largo. Nelsova’s heartfelt rendition of the slow movement has a soulful quality, and this contrasts with a finale which is energized and high-spirited. There’s a Russian flavour to the music, successfully captured in this truly compelling reading. The VAI DVD also contains an alternative version of the Boccherini Cello Sonata No. 4, accompanied by John Newmark. In the version here, the pianist is Lothar Broddack. It’s a two-movement work, an Adagio followed by an Allegro. Nelsova draws a rich burnished tone in the opening movement, and the Allegro is exquisitely phrased and articulated.

Unlike Jacqueline du Pré, Nelsova to my ears is a player who generally keeps her emotions under wraps. Never one to over-gild the lily, I feel that the Schumann Fantasy Pieces, Op. 73 are too reined in and maybe would have benefited from a little more passion and involvement à la Maisky and Argerich. Running for only thirteen minutes, the Milhaud Cello Concerto No. 1, Op. 136 is a little charmer. The opening movement marked ‘Nonchalent’ is exactly that, and breezes along without a care in the world. The sombre, funereal Grave offers a suitable contrast. A joyous romp of a finale sets the seal on a winning performance.

As far as I can ascertain, the three Bach Solo Cello Suites we have here are the only examples of these works in the cellist’s discography, however, she did record Bourrées I and II from the Third Suite, BWV 1009 for Decca in April 1955. What particularly attracts me to these Bach performances is that tempi seem to be just right. There’s rhythmic flexibility and instinctive contouring of the line. Brandishing a commanding technique, intonation is faultless throughout. I have no doubt that she would have picked up a few tips from Casals from ten years earlier at Prades, as these are probing, spiritual and sublime accounts. I’m particularly enamoured of the way she contrasts the dark undercurrents of BWV 1008, with the upbeat character of BWV 1009. Her big, sonorous tone is ideal for this music and listening to these traversals makes me regret that she never recorded a complete cycle.

In 1956, Nelsova recorded the complete Beethoven Cello Sonatas with the Polish pianist Artur Balsam, which are included in the Original Masters box. A few years later she taped three of them for RIAS, the Op 5 Nos 1 & 2 with Lothar Broddack and Op. 102 No. 2 again with Artur Balsam. Though cast in a similar interpretative mould, the RIAS recordings have a much warmer glow and immediacy. I also find Balsam more sympathetic and engaging than Broddack, probably the result of their previous collaboration. In the Brahms Sonatas, Nelsova is paired with Balsam in Op. 38, and Broddack in Op. 99. Both are idiomatic, evenly measured and stylish performances. Nelsova’s rich, full-bodied tone is ideal for this music, and she projects well. Once again, I do prefer Balsam’s artistry over Broddack’s.

Audite have worked wonders in the re-mastering of these original analogue tapes, injecting new life into them. Sound quality throughout is first rate. Norbert Hornig has provided informative annotations in German with English translation by Viola Scheffel. This attractive set should adorn the shelves of any lover of great cello playing.

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