Rezension Fono Forum Dezember 2017 | Giselher Schubert | 1. Dezember 2017 Darius Milhaud und Bohuslav Martinu zählen zu den fruchtbarsten Komponisten des...
Darius Milhaud und Bohuslav Martinu zählen zu den fruchtbarsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Das innere Kraftzentrum ihrer schier überwältigenden Schaffensfülle war offenbar die Selbstverpflichtung, sich als Komponisten nützlich zu machen und Musik zu schreiben, welche von den Musikern auch wirklich zu gebrauchen und aufzuführen war. Sie sind keinem noch so verstiegenen Besetzungstyp ausgewichen und bemühten sich, diese Musik auch aus dem Vorgang des Musizierens heraus zu entwickeln. So überrascht es kaum, dass beide Komponisten auch Streichtrios komponiert haben, obwohl die Gattung in Frankreich – Martinu komponierte seine beiden Trios in Paris, wo er seit 1923 dauerhaft lebte – so gut wie unbeachtet blieb und von französischen Komponisten völlig vernachlässigt wurde.
Beide Komponisten gestalten ihre Streichtrios – im Vergleich zu den Streichquartetten oder Klaviertrios – gewissermaßen "unterhaltender", leichter, ja beschwingter, aber kaum nachlässiger: Milhaud durch das Integrieren von Charakterstücken, zu denen er auch den Kanon oder die Fuge zählte, Martinu eher durch konzertante Züge. Und beide Stilbereiche beherrscht das 1994 in Berlin gegründete Jacques Thibaud String Trio angemessen zwanglos.
Die Fuge, die Milhauds divertimentohaftes Streichtrio beschließt, gestalten sie wirklich als niveauvolles "Spiel" ("Jeu Fugue"), und dem ersten Streichtrio von Martinu geben sie konzertant-virtuose Züge, welche diese Musik aus kammermusikalischer Enge befreit. Dabei bewahren sie aber grundsätzlich immer den kammermusikalischen Duktus, sodass das schiere Musikmachen, welches ihr Interpretieren prägt, keinesfalls solistisch überbordet. Kurz: Dies ist eine hoch willkommene Ergänzung und Bereicherung von Kammermusik aus Frankreich.
Beide Komponisten gestalten ihre Streichtrios – im Vergleich zu den Streichquartetten oder Klaviertrios – gewissermaßen "unterhaltender", leichter, ja beschwingter, aber kaum nachlässiger: Milhaud durch das Integrieren von Charakterstücken, zu denen er auch den Kanon oder die Fuge zählte, Martinu eher durch konzertante Züge. Und beide Stilbereiche beherrscht das 1994 in Berlin gegründete Jacques Thibaud String Trio angemessen zwanglos.
Die Fuge, die Milhauds divertimentohaftes Streichtrio beschließt, gestalten sie wirklich als niveauvolles "Spiel" ("Jeu Fugue"), und dem ersten Streichtrio von Martinu geben sie konzertant-virtuose Züge, welche diese Musik aus kammermusikalischer Enge befreit. Dabei bewahren sie aber grundsätzlich immer den kammermusikalischen Duktus, sodass das schiere Musikmachen, welches ihr Interpretieren prägt, keinesfalls solistisch überbordet. Kurz: Dies ist eine hoch willkommene Ergänzung und Bereicherung von Kammermusik aus Frankreich.