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Johann Sebastian Bach | Bernardo Pasquani | Andrea Lucchesi | Niccolò Moretti | Giovanni Battista Grazioli
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Details
| Die Orgel der Pfarrkirche zu Blatten | |
| Artikelnummer: | 95.443 |
|---|---|
| EAN-Code: | 4009410954435 |
| Preisgruppe: | BCH |
| Veröffentlichungsdatum: | 1. Januar 1995 |
| Spielzeit: | 59 min. |
Besprechungen
Fono Forum | 3/97 | 1. März 1997
Johann Sebastian Bach ist auch vertreten auf einer CD, die die Schweizer Organistin Annerös Hulliger vorlegt (audite 95.443). Hier lautet das MottoMehr lesen
Johann Sebastian Bach ist auch vertreten auf einer CD, die die Schweizer Organistin Annerös Hulliger vorlegt (audite 95.443). Hier lautet das Motto „ltalianità" und kleine Form, wenngleich es immerhin mit Präludium und Fuge G-Dur BWV 541 beginnt, einem Werk von ausgesprochen konzertantem Charakter, dessen Präludium sich in Concerto grosso-Nähe befindet, während die Fuge mit ihrem repetitiven Thema an die Canzonen des 17. Jahrhunderts erinnert. Entsprechend dieser Assoziation nimmt die lnterpretin das Tempo ausgesprochen lebhaft-beschwingt, so daß die Affinität zu Bachs „Bekümmernis-Kantate", wo er das gleiche Thema in seiner Moll-Variante verwendet, kaum aufkommt. Ebenfalls der „Mehrfachverwertung" – nämlich im Finale des dritten Brandenburgischen Konzertes – hat Bach das Fugenthema seiner „Pastorella F-Dur" BWV 590 unterzogen, die Annerös Hulliger hier zu einigen sehr schönen Register-Demonstrationen der neuen, zweimanualigen Pürro-Orgel im Schweizerischen Blatten nutzt. Ein nur 19 Register umfassendes Instrument, das durch seine stilistische Wendigkeit und ausgesprochen warme Grundtönigkeit besticht. Typisch auch für die lnterpretin, daß sie neben derartigen Bach'schen Standardwerken mit einem Strauß organistischer Raritäten italienischer Herkunft aufwartet. Namen wie Bernardo Pasquini (1637-1710), Andrea Lucchesi (1741-1801) – dessen Schreibweise deutlich an Domenico Scarlatti erinnert –, Niccolò Moretti (1763-1821) und Giovanni Battista Grazioli (1746-1820). Eine Sammlung voller organistischer Köstlichkeiten, kompetent und zugleich unterhaltsam dargestellt, wie auch auf der zweiten von Annerös Hulliger vorgelegten CD beim Label Koch-Schwann (3-6428-2). Dort sind es nun die beiden historischen Orgeln der Klosterkirche Rheinau, denen Frau Hulliger mit einem Programm „von der Kunst der lntavolierung zur Choralbearbeitung" bzw. der Darstellung italienischer, norddeutscher und französischer Elemente in der süddeutschen Orgelmusik zu Leibe rückt. Ein auf Anhieb vielleicht etwas kopflastig wirkendes Motto, das jedoch in der praktischen Umsetzung herrlich schlüssig wird und vor allem stimmig mit der synästhetischen Botschaft, die hier vermittelt werden soll – nämlich ein Gesamtbild aus Instrumenten (beide um 1710), Literatur und adäquater, historisierender Spielweise. Letztere ist erfreulicherweise niemals akademisch, sondern urvital. Eine ebenso unscheinbare wie bemerkenswerte Einspielung, die für manchen eine beträchtliche Erweiterung des Orgelbegriffes bringen dürfte, sowohl stilgeschichtlich wie klanglich-interpretatorisch.
Johann Sebastian Bach ist auch vertreten auf einer CD, die die Schweizer Organistin Annerös Hulliger vorlegt (audite 95.443). Hier lautet das Motto